Die Aktie von Snap hat auf einen Schlag fast ein Drittel an Wert verloren. Das Social-Media-Unternehmen wird nach eigenen Angaben seine Umsatz- und Gewinnschätzungen verfehlen.

CEO Evan Spiegel sprach in einem Schreiben an die Securities and Exchange Commission davon, dass das Unternehmen seine eigenen Ziele für Umsatz und bereinigten Gewinn im laufenden Quartal verfehlen werde. Noch im April erwartete der Tech-Konzern ein Umsatzwachstum zwischen 20 und 25 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Zudem sagte er einen bereinigten Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen zwischen null und 50 Millionen US-Dollar voraus.

Nun korrigierte Spiegel die Prognose: "Wir glauben, dass es jetzt wahrscheinlich ist, dass wir einen Umsatz und ein bereinigtes EBITDA unterhalb des unteren Endes der von uns für dieses Quartal gegebenen Prognosespanne ausweisen werden."

Laut Spiegel seien unter anderem steigende Inflationsraten und Zinssätze, Engpässe in der Lieferkette, Arbeitsunterbrechungen sowie der Ukraine-Krieg die ausschlaggebenden Gründe für die Gewinnwarnung.

Von Relevanz für den Gesamtmarkt sei die Gewinnwarnung von Snap aber nicht, sagte Jochen Stanzl, Chef-Marktanalyst CMC Market. Er sprach in seinem Marktbericht lediglich von einem psychologischen Dämpfer. "Die Börsen versuchen im Moment, jeden Strohhalm für eine Erholung zu nutzen. Mit den Sorgen vor einem einbrechenden Werbegeschäft der Snapchat-Macher schwindet auch die Hoffnung, dass es bei den arg gebeutelten US-Technologiewerten kurzfristig eine größere Gegenbewegung nach oben geben könnte", so Stanzl.

Nachbörslich fiel die Aktie um 28 Prozent auf 16,15 US-Dollar am Montagabend. Die Nachricht zog auch Konkurrenten im Online-Werbemarkt mir runter. Die Aktien von Meta fielen im nachbörslichen Handel um sieben Prozent, die von Twitter um circa vier Prozent. Pinterests Aktienkurs rauschte um zwölf Prozent nach unten.

Autor: Nicolas Ebert, wallstreet:online Zentralredaktion


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