Das Softwareunternehmen aus Baden-Württemberg hat mit einigen Herausforderungen zu kämpfen. Analysten empfehlen die Titel dennoch mehrheitlich zum Kauf.

Die SAP SE ist nach Umsatz das größte börsennotierte Softwareunternehmen Europas, auf der Weltrangliste belegt das Unternehmen mit Hauptsitz in Walldorf in Baden-Württemberg den dritten Platz. Nun reicht Marktmacht allein lange nicht aus, um einen Titel attraktiv zu machen. Doch der Konsens unter den Analysten ist eindeutig: 15 von 20 Analysten raten derzeit zum Kauf der Papiere, die übrigen fünf stufen die Titel unter "hold" ein. Aktuell notieren die Titel nahe 90 Euro. Inwieweit können die Aktien des Softwaregiganten überzeugen?

Push für den Kurs

Da wäre zum einen ganz aktuell das zweite Aktienrückkaufprogramm des Jahres, in dem SAP Titel in einem Wert von über 500 Millionen Euro erwirbt. Das pusht den Kurs. Die Papiere sollen vorrangig für künftige Zuteilungen aus dem anteilsbasierten Mitarbeiter-Vergütungsprogramm "Move SAP" genutzt werden. Die erste Rückkaufsrunde dieses Jahres fand im April statt, damals hat SAP gut zehn Millionen Aktien zu einem Durchschnittspreis von 99,63 Euro erworben.

Zum anderen hat der Konzern Ende Juli die Zahlen für das zweite Quartal vorgelegt. Aufgrund des ungünstigen wirtschaftlichen Umfelds im Kontext des Angriffskriegs Russlands auf die Ukraine und schwacher Lizenzgeschäfte hat SAP die Prognose für das operative Ergebnis in diesem Jahr nach unten korrigiert. Doch das macht den Konzern noch lange nicht zu einem unattraktiven Titel.


 

Attraktiver Titel

Johannes Schaller, Analyst bei der Deutsche Bank Research hat das Kursziel von SAP zwar von 120 auf 115 Euro gesenkt, bleibt jedoch bei seiner Kaufempfehlung. Der Softwarekonzern habe stark abgeschnitten und außer im konjunktursensiblen Lizenzengeschäft die Erwartungen übertroffen, sagt Schaller. Die Transformation des Unternehmens in Richtung der Cloud mache sich bereits in einer robusteren Geschäftszusammensetzung bemerkbar, welche die Aktien antreiben sollte, sobald sich die Margen ab der zweiten Jahreshälfte verbesserten.

Auch die Baader Bank hat das Kursziel für SAP nach den vorgelegten Quartalszahlen von 146 auf 115 Euro gesenkt und die Einstufung auf "Buy" belassen. Die defensiven Qualitäten der Aktie des Software-Anbieters spiegelten sich in der aktuellen Bewertung nicht ausreichend wider, sagt Analyst Knut Woller. Er hob seine Umsatzschätzungen nach dem Zahlenwerk zum zweiten Quartal an, senkte zugleich aber seine Prognosen für die Ertragskraft bis 2024.

Michael Briest, Analyst bei der Schweizer Großbank UBS, betont ebenfalls das Potenzial der Aktie. Das Kursziel für SAP hat er von 132 auf 107 Euro gesenkt, doch auch Briest belässt die Einstufung auf "Buy". Der Softwarekonzern habe zwar einige Herausforderungen zu meistern, aber der Wandel von Bezahl- zu Mietsoftware über die Cloud nehme weiter Fahrt auf, sagt der Marktexperte.

lif für die wallstreet:online Zentralredaktion


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