TOKIO/HONGKONG/SHANGHAI (dpa-AFX) - Nach der Euphorie über die Annäherung im US-chinesischen Handelsstreit lassen es die Anleger an Asiens wichtigsten Börsen ruhiger angehen. Nur in Hongkong, wo am Vortag wegen eines Feiertags nicht gehandelt worden war, holten die Kurse am Dienstag die Rally der anderen Märkte vom Wochenauftakt nach.

Der Nikkei 225 <JP9010C00002> <XC0009692440> schloss am Dienstag mit einem Plus von 0,11 Prozent auf 21 754,27 Punkte. Am Montag hatte der japanische Leitindex mehr als zwei Prozent gewonnen. Für den noch stärker in die Woche gestarteten CSI 300 <CNM0000001Y0>, der die 300 größten börsennotierten Unternehmen vom chinesischen Festland beinhaltet, ging es zuletzt um 0,12 Prozent auf 3940,73 Punkte hoch.

Die Freude über den handelspolitischen "Waffenstillstand", den US-Präsident Donald Trump und Chinas Staatschef Xi Jinping am Wochenende auf dem G20-Gipfel beschlossen hatten, lieferte also nur begrenzt Auftrieb. Die Drohung der US-Regierung, die Europäische Union (EU) wegen verbotener Flugzeugsubventionen mit weiteren milliardenschweren Sonderzöllen zu belegen, zeigte zudem, dass das Thema Handelsstreit auf der Agenda bleibt.

Derweil legte der Hongkonger Hang-Seng-Index <HK0000004322> zuletzt um 1,31 Prozent auf 28 915,17 Zähler zu. Er trotzte damit der Eskalation der seit Wochen andauernden politischen Proteste in der Finanzmetropole gegen ein Gesetz, das es Hongkongs Behörden erlauben würde, von China beschuldigte Personen an die Volksrepublik auszuliefern.

So lange aus diesem einmaligen Akt zivilen Ungehorsams keine längerfristige Bewegung werde, seien keine bleibenden wirtschaftlichen Auswirkungen zu erwarten, schrieb ein Marktstratege. Zudem deutete Regierungschefin Carrie Lam nun einen dauerhaften Verzicht auf das umstrittene Auslieferungsgesetz an. Das Gesetzesprojekt werde nicht wieder vorgelegt werden, sagte sie laut CNN. Bisher hatte die in Bedrängnis geratene Lam das Gesetz nur auf Eis gelegt./gl/mis