TOKIO/HONGKONG/SHANGHAI/SYDNEY (dpa-AFX) - Die asiatischen Börsen haben am Freitag deutlich nachgegeben. Damit setzte sich die Schwäche des späten US-Handels fort. Auch auf Wochen- und Monatssicht lagen die asiatischen Finanzmärkte zu Beginn des vierten Quartals leicht im Minus. An den chinesischen Börsen fand unterdessen kein Handel statt. Die "Goldene Woche" wird noch bis Donnerstag andauern und der Markt bis dahin ruhen.

Die Märkte litten unter einem Cocktail schlechter Nachrichten, wie Analyst Jeffrey Halley vom Broker Oanda feststellte. Sorgen über nachlassendes Wirtschaftswachstum und anziehende Inflation belasteten ebenso wie die Befürchtungen über Probleme in den Lieferketten und Lücken im Energieangebot weltweit. "In China berichteten Staatsmedien gestern, Ministerpräsident Li Keqiang wolle die Energie- und Stromversorgung sichern", hieß es dazu von der LBBW. "Wenn man so will, markiert dies einen 'whatever it takes'-Moment für die Energieversorgung in China, der Ängste um eine globale Energiekrise schürt."

Neue Konjunkturdaten zeugten davon, wie berechtigt die Unruhe an den Märkten ist. Wie aus einer am Freitag veröffentlichten Quartalsumfrage ("Tankan") der japanischen Notenbank hervorgeht, sank der darin ermittelte Stimmungsindex für die Autobauer wegen der Lieferkrise bei Komponenten zwischen Juli und September um 10 Punkte im Vergleich zum Vorquartal auf minus 7. Ein negativer Index bedeutet, dass die Pessimisten in der Branche in der Mehrheit sind. Zwar hellte sich die Stimmung der japanischen Großindustrie branchenübergreifend im nunmehr fünften Quartal in Folge auf. Für die kommenden drei Monate sind die Konzerne aber weniger zuversichtlich. Der Tokioter Leitindex Nikkei-225 büßte 2,31 Prozent auf 28 771,07 Punkte ein.

Auch aus den USA kamen enttäuschende Nachrichten. Die Entscheidung über ein von US-Präsident Joe Biden angestoßenes Infrastrukturpaket von einer Billion US-Dollar verzögert sich. Die demokratische Vorsitzende des US-Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, habe die geplante Abstimmung zunächst um einen Tag verschoben, wie US-Medien am späten Donnerstagabend (Ortszeit) übereinstimmend berichteten. Grund dafür seien Unstimmigkeiten in den Reihen der Demokraten.

Die Nachricht, dass Australien im November erstmals seit Beginn der Corona-Pandemie wieder seine internationalen Grenzen öffnen wird, sei angesichts der schwachen Gesamtlage indes verpufft, merkte Analyst Halley an. Die australische Börse gehörte zu den schwächsten in Asien, nachdem sie am Vortag noch deutlich gestiegen war. Der australische ASX 200 verlor zwei Prozent auf 7185,50 Punkte Punkte. Ebenfalls deutliche Abgaben erlitt die südkoreanische Börse./mf/jha/