TOKIO/HONGKONG/SHANGHAI/SYDNEY (dpa-AFX) - Die wichtigsten asiatischen Aktienmärkte haben sich am Mittwoch gut behauptet entwickelt. Dabei ragten die chinesischen Börsen mit Gewinnen heraus.

Analyst Jeffrey Halley vom Broker Oanda begründete die überdurchschnittliche Entwicklung mit vergleichsweise günstigen Inflationsdaten. Dies habe die Erwartung verstärkt, "dass China in Zukunft stärkere Konjunkturmaßnahmen ergreifen wird". Der Anstieg der chinesischen Erzeugerpreise hatte sich im April weiter verlangsamt, wenn auch auf hohem Niveau. Der Preisindex für die Hersteller stieg im April im Vergleich zum Vorjahr um 8,0 Prozent. Der Anstieg fiel damit zwar etwas höher aus, als Experten im Schnitt erwartet hatten. Er blieb aber - wie schon in den ersten drei Monaten des Jahres - im einstelligen Bereich. Davor waren die Erzeugerpreise teils zweistellig gestiegen.

Die Marktstrategen der Deutschen Bank begründeten die Gewinne zudem mit rückläufigen Corona-Zahlen in Schanghai. Der CSI-300-Index mit den 300 wichtigsten Unternehmen vom chinesischen Festland, stieg zuletzt um 2,18 Prozent auf 4005,32 Punkte, während der Hang Seng um 1,68 Prozent auf 19 964,16 Punkte kletterte.

Die Hoffnung der Märkte ruht auch auf dem anstehenden US-Kosumentenpreisindex. "Nach unserer Einschätzung dürften fallende Gebrauchtwagenpreise und stagnierende Benzinpreise für etwas Entlastung an der Preisfront gesorgt haben", hieß es von der Landesbank Baden-Württemberg. Damit könnte die US-Inflationsentwicklung ihren Höhepunkt überschritten haben. Die hohe Inflation hatte die Sorgen vor einem strikten geldpolitischen Kurs mit entsprechenden Auswirkungen auf Aktien und Anleihen in den vergangenen Wochen immer wieder angeheizt.

Allerdings bleiben derartige Prognosen mit großer Unsicherheit behaftet. "Eine Verschärfung der Lieferkettenproblematik infolge der Lockdowns in einigen Millionenstädten der Volksrepublik China sowie ein wiederholtes Emporschießen der Energie- und Nahrungsmittelpreise aufgrund einer Eskalation der Russland-Krise stellen jedoch erhebliche Risiken unserer Inflationsprognose dar", räumt die LBBW ein.

Der japanische Leitindex Nikkei 225 orientierte sich stärker an den verhaltenen US-Vorgaben und legte lediglich um 0,18 Prozent auf 26 213,64 Punkte zu. Ähnlich sah es am australischen Aktienmarkt aus. Der S&P/ASX 200 stieg um moderate 0,19 Prozent auf 7064,70 Punkte./mf/stk