PARIS/LONDON (dpa-AFX) - An den europäischen Börsen gehen die Anleger am Freitag vor dem US-Arbeitsmarktbericht kein Risiko ein. Der EuroStoxx 50 bewegte sich im frühen Handel nicht groß vom Fleck, erst am Nachmittag dürften die Karten mit den Nachrichten aus Übersee neu gemischt werden. Zuletzt stand der Leitindex knapp mit 0,09 Prozent im Minus bei 4228,32 Punkten.

Die Daten sind von großer Bedeutung, weil die US-Notenbank Fed ihre Geldpolitik eng an die Entwicklung des Arbeitsmarktes koppelt. Schon lange wird an den Finanzmärkten angesichts einer hohen Inflation über eine baldige Straffung etwa durch reduzierte Anleihekäufe und später auch Zinssenkungen diskutiert. "Daher wird das Tempo der Schaffung von Arbeitsplätzen den Märkten ein Signal für das Tempo und den Zeitpunkt geben", sagte Marktbeobachter Neil Wilson von Markets.com.

Auf Länderebene ging es für den Pariser Leitindex Cac 40 etwas deutlicher um 0,27 Prozent auf 6745,15 Punkte nach unten. Der Londoner FTSE 100 hob sich dagegen leicht positiv ab, indem er zuletzt um 0,14 Prozent auf 7174,17 Zähler stieg. Eine Erholung nach zwei schwachen Tagen bei den dort konzentrierten Rohstoffwerten dürfte dabei eine Rolle spielen. Deren Teilindex war am Freitag mit einem Anstieg um 0,7 Prozent zuletzt führend in der gesamteuropäischen Branchenwertung.

Auf der anderen Seite der Branchentabelle ging es umgekehrt für die zuletzt gefragten Werte aus der Reise- und Freizeitbranche um ein halbes Prozent bergab. Ansonsten bewegten sich viele Sektorindizes marktkonform mit nur kleinen Schwankungen um ihr Vortagsniveau.

Das Schlusslicht im EuroStoxx 50 waren die Aktien von Prosus mit einem Rücksetzer um 1,5 Prozent. Dieser stand in Verbindung mit den Aktien der Hauptbeteiligung Tencent: Die Papiere des chinesischen Internetgiganten waren am Freitag in Hongkong nach einigen Erholungstagen wieder mit etwa zwei Prozent unter Druck geraten. Seit einigen Monaten sorgt eine Regulierungsoffensive bei Chinas Tech-Werten immer wieder für Ausschläge./tih/nas