PARIS/LONDON (dpa-AFX) - Die wichtigsten Börsen Europas sind am Montag nach einem deutlichen Rückschlag vor dem Wochenende kaum vom Fleck gekommen. Sie pendelten überwiegend zwischen moderaten Gewinnen und Verlusten.

Der Leitindex der Eurozone, der EuroStoxx 50 , legte bis zum Mittag um 0,16 Prozent auf 3316,23 Punkte zu, nachdem er am Freitag 1,8 eingebüßt hatte. In Paris zeigte sich der Cac 40 zuletzt prozentual unverändert bei 4956,19 Punkten. Für den britischen FTSE 100 , auch "Footsie" genannt, ging es in London um 0,10 Prozent auf 6117,52 Punkte nach unten.

Sorgen bereiten den Anlegern unverändert die Spannungen zwischen den beiden weltgrößten Volkswirtschaften USA und China sowie der Anstieg von Corona-Neuinfektionen in einigen europäischen Ländern. Zudem warteten die Anleger bereits auf den Mittwoch, denn dann steht die nächste geldpolitische Entscheidung der US-Notenbank (Fed) auf der Agenda.

Branchenweit hielt sich der Rohstoff-Sektor mit plus 1,2 Prozent am besten, während der Reise- und Freizeitsektor mit minus 2,4 Prozent das Schlusslicht bildete. Er litt zu einen unter dem neuerlichen Anstieg an Corona-Neuinfizierten in mehreren europäischen Ländern. Zum anderen belastete die Entscheidung Großbritanniens, Urlaubsrückkehrer aus Spanien wieder in Quarantäne zu schicken.

Dass außerdem der Billigflieger Ryanair bekanntgab, im laufenden Geschäftsjahr (bis Ende März 2021) insgesamt nur 60 Millionen Passagiere statt wie bisher in Aussicht gestellte 80 Millionen zu befördern, drückte ebenso wie negative Nachrichten von Tui . Der Reiseveranstalter stornierte alle Flüge von Großbritannien auf das spanische Festland bis zum 9. August und schließt wegen der Covid-19-Krise einen neuen Antrag auf staatliche Hilfen nicht aus.

Während die Ryanair-Aktie in London 6,0 Prozent einbüßte, ging es für das Tui-Papier um 12,5 Prozent abwärts. Easyjet sackten um 11 Prozent ab und Air France-KLM sanken um 3,1 Prozent.

Die Anteilsscheine der Mediengruppe Pearson , die am Freitag Halbjahreszahlen vorgelegt und bis Handelsschluss nachgegeben hatten, verloren nun weitere 5,6 Prozent. Analysten wie etwa die von Goldman Sachs oder der Credit Suisse äußerten sich an diesem Morgen negativ und sprachen unter anderem von deutlichen Enttäuschungen. Der Fokus liege unter anderem nun auf der neuen Strategie des Konzerns, schrieb Credit-Suisse-Analyst Matthew Walker.

KPN büßten in Amsterdam mehr als vier Prozent ein und litten unter vorgelegten Quartalszahlen. Die Analysten von Jefferies etwa verwiesen darauf, dass das Management des Telekomkonzerns Risiken beim freien Barmittelfluss sehe./ck/mis