PARIS/LONDON (dpa-AFX) - Europas Börsen haben am Donnerstag nach einem leicht schwächeren Start den Weg ins Plus gefunden. Börsianer verwiesen darauf, dass die Anleger vor allem die jüngsten Aussagen zum Handelskrieg aus dem chinesischen Wirtschaftsministerium positiv interpretierten. "Diesmal ließ China verlautbaren, man sei in Gesprächen mit den USA", sagte etwa Jochen Stanzl von CMC Markets und fügte hinzu: "Als wenn man an diesem Punkt nicht schon oft gewesen wäre."

Der EuroStoxx 50 <EU0009658145> gewann am Vormittag zuletzt 0,96 Prozent auf 3397,54 Punkte. In Paris rückte der Cac-40-Index <FR0003500008> um 1,11 Prozent auf 5428,43 Punkte vor und in London stieg der FTSE 100 <GB0001383545> um 0,62 Prozent auf 7158,94 Zähler.

Besonders deutlich legte in Europa aber die Börse in Mailand zu: Der FTSE Mib <IT0003465736> gewann 1,4 Prozent. Er profitierte vor allem davon, dass die Weichen für eine neue Koalition aus populistischer Fünf-Sterne-Bewegung und Sozialdemokraten (PD) gestellt wurden. Nun wird erwartet, dass rasch die Regierungsbildung erfolgt.

Unter den Einzelwerten machte erneut eine in London notierte Aktie Negativschlagzeilen. Nachdem am Vortag das Papier des Reiseunternehmens Thomas Cook <GB00B1VYCH82> um fast 17 Prozent abgesackt war, brach nun der Anteilsschein des Software-Unternehmens Micro Focus <GB00BD8YWM01> um nahezu ein Drittel ein. Mico Focus hatte am Morgen sein Jahresziel gekappt.

Die Anteile von Hays <GB0004161021> gaben nach der vorgelegten Geschäftsjahreszahlen in London um 3 Prozent nach. Die Analysten von Jefferies und RBC monierten in erster Linie, dass sich die Aussichten des Personaldienstleisters für Fach- und Führungskräfte in Großbritannien und Deutschland eingetrübt haben. Jefferies-Analyst Kean Marden senkte daher auch das Kursziel etwas, bekräftigte aber sein Anlageurteil "Hold".

Der Pharmakonzern Astrazeneca <GB0009895292> gab bekannt, dass der Lupus-Wirkstoff Anifrolumab Studiendaten zufolge anzuschlagen scheint, was den Papieren in London ein Plus von 1,2 Prozent bescherte.

In der Schweiz gewannen die Titel der UBS <CH0244767585> ebenfalls 1,2 Prozent. Die Großbank hatte informiert, dass Ex-Commerzbank-Chef Martin Blessing Ende des Jahres gehen wird. Damit verlässt Blessing, der zwischenzeitlich auch als ein möglicher Nachfolger von UBS-Chef Sergio Ermotti gehandelt wurde, die Bank bereits nach nur drei Jahren.

In Frankreich standen der Schnapshersteller Pernod Ricard <FR0000120693> und der Mischkonzern Bouygues <FR0000120503> mit Quartalszahlen im Blick. Pernod Ricard meldete ein starkes Ergebniswachstum und will nun umfangreich Aktien zurückkaufen. Bouygues meldete für sein erstes Geschäftshalbjahr besser als erwartete Gewinnzahlen und bekräftigte seine Ziele für das Gesamtjahr. Die Bouyges-Aktie sprang im Cac 40 daraufhin um rund 5 Prozent hoch und die von Pernod um 3,3 Prozent./ck/jha/