PARIS/LONDON (dpa-AFX) - Nach drei schwächeren Börsentagen haben sich Anleger auch am Freitag nicht recht aus der Deckung getraut. Beobachter führten dies wie schon in den vergangenen Tagen auf die hohe Zahl neuer Corona-Fälle in den USA und weltweit zurück. In Paris, London, Zürich und Mailand pendelten die großen Aktienindizes um ihre Schlusskurse vom Vortag. Der EuroStoxx 50 als Leitindex für die Eurozone rückte gegen Mittag um 0,18 Prozent auf 3267 Punkte vor. Damit zeichnet sich für den Index ein Wochenverlust von knapp einem Prozent ab.

In Paris gab der Leitindex Cac 40 um 0,07 Prozent auf 4916 Punkte moderat nach. In London ging es für den FTSE 100 um 0,16 Prozent auf 6060 Zähler leicht nach oben.

Die Zahl der neu mit dem Coronavirus Infizierten in den USA erreichte einen weiteren Höchststand erreicht. Binnen 24 Stunden gab es rund 63 200 neue Fälle. Seit Mitte Juni ist die Zahl der Neuansteckungen im Zuge der Lockerung der Corona-Auflagen dramatisch gestiegen - vor allem im Süden und Westen des Landes.

Dass Investoren unverändert vorsichtig agieren, zeigt auch ein Blick auf die Sektoren. Zu den größten Gewinnern zählten mit den Immobiliengesellschaften und den Lebensmittelproduzenten zwei Sektoren, die mit stabilen Erträgen und Dividenden als besonders werthaltig gelten. Schwäche zeigte hingegen der Ölsektor , der mit einem Minus von 0,5 Prozent unter dem fallenden Preisen für Öl und Gas litt.

Gesucht waren vor dem Wochenende erneut Aktien aus der Halbleiterbranche. Papiere des Herstellers von Chip-Produktionsanlagen ASML erreichten ein Rekordhoch. Zuletzt stiegen sie um 1,3 Prozent. STMicroelectronics legten sogar um 5 Prozent zu und Infineon um 2 Prozent. Die Corona-Krise hat Trends wie Digitalisierung, Home Office, Konnektivität und den Einsatz von Sensortechnik in vielen Geschäfts- und Lebensbereichen noch verstärkt. Insofern gelten viele Unternehmen der Halbleiterindustrie als Profiteure der Krise./bek/mis