PARIS/LONDON (dpa-AFX) - Nach den jüngsten Verlusten haben die Anleger in Europa zu Wochenbeginn eine klare Positionierung gescheut. Analyst Milan Cutkovic vom Broker AxiTrader verwies auf die steigenden Zahlen von Corona-Infektionen in Europa und zunehmende Reisewarnungen. Im Herbst könnten weitere Restriktionen kommen, welche die wirtschaftliche Erholung bremsen sowie die Verbraucher- und Unternehmensstimmung belasten würden.

Zudem nehmen die Spannungen zwischen den USA und China wieder zu: Kreisen zufolge wurden Gespräche zwischen China und den USA über Fortschritte im Handelsabkommen beider Länder verschoben. Außerdem erhöhte US-Präsident Donald Trump den Druck auf den chinesischen Mutterkonzern der Video-App Tiktok, seine Aktivitäten in den Vereinigten Staaten zu verkaufen.

Der EuroStoxx 50 schwankte in einer engen Spanne um seinen letzten Schlusskurs - zuletzt stand ein Kursplus von 0,03 Prozent auf 3306,10 Punkte zu Buche. In der vergangenen Woche hatte der Leitindex der Eurozone trotz des schwachen Ausklangs einen Gewinn von 1,6 Prozent verbucht. Der französische Cac-40-Index gewann am Montag 0,06 Prozent auf 4966,03 Punkte und der britische FTSE 100 rückte um 0,21 Prozent auf 6102,55 Zähler vor.

Zu den größten Verlierern an Europas Börsen zählten Aktien von Reise- und Freizeit- sowie von Immobilienunternehmen: Deren Branchenindizes im marktbreiten Stoxx Europe 600 gaben um 0,8 beziehungsweise 0,7 Prozent nach.

Der Reisekonzern Tui sagte nach der Einstufung fast ganz Spaniens einschließlich Mallorcas als Risikogebiet wegen hoher Corona-Zahlen alle Pauschalreisen dorthin ab. Die an der Londoner Börse notierten Tui-Aktien büßten daraufhin knapp fünf Prozent ein. Die Papiere der vom Tourismus stark abhängigen Billigflieger Ryanair und Easyjet verloren ein beziehungsweise ein halbes Prozent. In Paris ging es für Air-France-KLM um fast zweieinhalb Prozent bergab.

Auf der Sonnenseite standen dagegen Rohstofftitel, deren Index sich mit plus 1,2 Prozent an die Spitze des Branchentableaus setzte./gl/jha/