PARIS/LONDON (dpa-AFX) - Europas Börsen haben nach den jüngsten Verlusten am Montag wieder zulegen können. Dank der Beruhigung an den Anleihemärkten, Fortschritten auf dem Weg zu einem Billionen schweren US-Konjunkturhilfsprogramm und erfreulichen Konjunkturdaten stieg der EuroStoxx 50 gegen Mittag um 1,41 Prozent auf 3687,88 Punkte. In der vergangenen Woche hatte der Leitindex der Eurozone per saldo ein Minus von rund zwei Prozent erlitten, für den Monat Februar aber ein Plus von viereinhalb Prozent geschafft.

Auch die anderen Indizes erholten sich: Der französische Cac 40 gewann am Montag 1,49 Prozent auf 5788,20 Punkte und der britische FTSE 100 rückte um 1,54 Prozent auf 6583,35 Zähler vor.

Nach der Zustimmung des demokratisch dominierten Repräsentantenhauses hat US-Präsident Joe Biden den Senat zu einer schnellen Verabschiedung des von ihm vorgeschlagenen Konjunkturpakets gegen die Corona-Krise aufgerufen. Im Senat haben Bidens Demokraten und die Republikaner jeweils 50 Sitze, Vizepräsidentin Kamala Harris - die zugleich Präsidentin der Kammer ist - kann bei einem Patt aber die ausschlaggebende Stimme abgeben.

Zudem hellte sich die Stimmung in den Industrieunternehmen der Eurozone trotz der Corona-Krise weiter auf. Der Einkaufsmanagerindex des Forschungsunternehmens IHS Markit stieg im Februar auf den höchsten Wert des auf einer Umfrage basierenden Indikators seit drei Jahren. Die Industrie entwickele sich immer mehr zum Lichtblick in der Eurozone, kommentierte Markit-Chefökonom Chris Williamson.

Im europäischen Branchenvergleich gab es zu Wochenbeginn nur Gewinner. Am besten schlugen sich die Aktien der Reiseindustrie: Ihr Subindex im marktbreiten Stoxx Europe 600 stieg um 2,7 Prozent. Dagegen reichte das Plus von knapp einem halben Prozent beim Index der Autohersteller und -zulieferer nur für den letzten Platz im Branchentableau.

Für Danone-Papiere ging es um knapp zwei Prozent hoch. Der Joghurthersteller will seinen Minderheitsanteil am chinesischen Partner Mengniu loswerden. Dazu wird der indirekte Anteil zunächst zu einer direkten Beteiligung in Höhe von 9,8 Prozent, bevor er in diesem Jahr verkauft werden soll, wie die Franzosen mitteilten. Die indirekte Beteiligung stehe derzeit mit einem Wert von 850 Millionen Euro in den Büchern.

In Zürich verteuerten sich Aktien von Logitech um fast ein Prozent, nachdem der Computerzubehör-Hersteller im Vorfeld seines Investorentages die Ziele für das Geschäftsjahr 2020/21 erneut angehoben hatte.

Bei Astrazeneca reichte es für ein Kursplus von 0,7 Prozent. Der Pharmakonzern verkaufte seine knapp achtprozentige Beteiligung am US-Coronaimpfstoff-Hersteller Moderna für mehr als eine Milliarde US-Dollar./gl/stk