PARIS/LONDON (dpa-AFX) - Europas Börsen haben am Donnerstag im relativ ruhigen Handel moderat zugelegt. Unterstützung kommt vor allem aus den USA, nachdem das Protokoll der jüngsten Zinssitzung der US-Notenbank keine negativen Überraschungen enthalten hatte. Darin gab es keine Hinweise auf noch aggressivere Schritte zur Bekämpfung der hohen Inflation in den USA.

Der EuroStoxx 50 legte gegen Mittag um 0,67 Prozent auf 3701,62 Punkte zu, womit die kräftigen Verluste vom Dienstag nahezu ausgeglichen sind. Der Cac 40 in Paris gewann 0,75 Prozent auf 6345,82 Zähler und in London stieg der FTSE 100 um 0,14 Prozent auf 7533,43 Punkte.

Das Protokoll der US-Notenbank beruhige vorübergehend die Nerven, da es weitere Zinserhöhungen um 0,50 Prozentpunkte im Juni und Juli signalisiert habe, bevor im September eine Pause eingelegt werde, kommentierte Jeffrey Halley, Marktanalyst beim Broker Oanda Asia Pacific. Die gefürchtete Zinserhöhung um 0,75 Punkte "stand nicht mehr auf der Tagesordnung".

Unter den 19 Branchen in Europa waren die Versorger Schlusslicht mit einem kleinen Abschlag von 0,1 Prozent. Favorisiert wurden Aktien aus dem Einzelhandel. Der entsprechende Sektor, der Stoxx Europe 600 Retail , legte um 1,3 Prozent zu und erholte sich damit etwas weiter von seinen jüngsten Tiefs. Im EuroStoxx standen Aktien der Zara-Mutter Inditex an der Index-Spitze und zogen um 2,3 Prozent an.

STMicro litten indes mit minus 1,9 Prozent unter einem enttäuschenden Ausblick des US-Chipkonzerns Nvidia und Gerüchten über Apple . Hierzu hieß es aus Insider-Kreisen, dass iPhone-Verkaufszahlen 2022 stagnieren könnten. Passend dazu schrieb Analyst David Vogt von der Schweizer Großbank UBS, dass die aktuellen Smartphone-Daten für den Monat April zeigten, dass die Corona-Lockdowns in China auf dem Absatz gelastet hätten, was allerdings kaum überraschen dürfte.

In London standen einige Unternehmen mit Zahlen und Zwischenberichten im Blick. So zogen die Aktien der Beteiligungsfirma Intermediate Capital um 9,5 Prozent an. Auto Trader gewannen 2,1 Prozent. Sowohl die Intermediate Capital Group als auch das auf Autos spezialisierte Kleinanzeigen-Unternehmen übertrafen die Erwartungen auf nahezu allen Ebenen. JPMorgan und auch Jefferies sprachen bei beiden von einem starken Geschäftsjahresabschluss.

United Utilities verloren 3,4 Prozent, denn der britische Versorger enttäuschte mit seinem Ausblick auf das neue Geschäftsjahr. Die durchschnittliche Analystenschätzung für das Jahresergebnis je Aktie dürfte nun deutlich sinken, erwartet etwa die US-Bank JPMorgan.

BT Group dagegen litten mit minus 3,6 Prozent darunter, dass Großbritanniens Wirtschaftsminister die Erhöhung der Beteiligung von Altice UK von 12,1 auf 18 Prozent geprüft habe und Einspruch erhebe./ck/jha/