PARIS/LONDON (dpa-AFX) - Der weiter steigende Euro hat die Anleger in Europa am Donnerstag erneut in die Flucht getrieben. Weiter hohe Corona-Infektionszahlen, eine Verlängerung des Teil-Lockdowns in Deutschland bis in den Januar und eine Warnung des künftigen US-Präsidenten Joe Biden vor vielen weiteren Corona-Toten belasteten die Stimmung zusätzlich.

Die Indizes bewegten sich nach ihrer mehrwöchigen Kursrally nach wie vor auf hohem Niveau, für weitere Kurssteigerungen fehlten derzeit die positiven Nachrichten, war aus dem Handel zu hören.

Der EuroStoxx 50 als Leitindex der Eurozone sank zuletzt um 0,39 Prozent auf 3507,53 Punkte. Der französische Cac 40 gab um 0,53 Prozent auf 5553,63 Punkte nach. Auch der britische FTSE 100 stand nach seinem kräftigen Vortagesgewinn nun wieder im Minus mit 0,35 Prozent auf 6440,74 Punkten.

Mit deutlich über 1,21 Dollar erreichte der Euro am Donnerstag den höchsten Stand seit April 2018. Die Gemeinschaftswährung werde damit zum immer größeren Problem für die Exporteure der Eurozone, erläuterte Marktexperte Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners. "Mit dem aktuellen Wechselkurs bekommen die US-Exporteure ein zusätzliches Konjunkturpaket, die Exporteure der Eurozone leiden dagegen." Der starke Euro habe das Potenzial, die Erholung von Wirtschaft und Unternehmensgewinnen nachhaltig zu bremsen, mahnte Altmann.

Die gedämpfte Marktstimmung wirkte sich besonders auf Papiere aus den zyklischen Branchen Öl, Chemie und Banken aus. Total SA verloren am EuroStoxx-Ende mehr als zwei Prozent./ajx/jha/