PARIS/LONDON (dpa-AFX) - Der EuroStoxx <EU0009658145> hat am Freitag einen schwachen Start ausgeglichen. Am Vormittag schaffte es der Leitindex der Eurozone knapp mit 0,05 Prozent ins Plus auf 3706,37 Punkte, nachdem er zuvor noch ein halbes Prozent verloren hatte und auf ein Tief seit einer Woche gefallen war. Er steuert damit auf einen soliden Monatsausklang zu. Bislang hat der EuroStoxx im November 2,8 Prozent gewonnen. In der Wochenbilanz liegt er knapp ein halbes Prozent vorne.

Der schwache Start folgte auf eine Talfahrt an den asiatischen Börsen, wo die politische Krise in Hongkong und die damit verbundenen Spannungen zwischen China und den USA weiter als Belastungsfaktor galten. Dann aber richteten Anleger ihre Blicke wieder weniger pessimistisch auf die andere Seite des Erdballs, wo die Börsen zuletzt von Rekord zu Rekord eilten. In New York wird nach Thanksgiving am Freitag wieder gehandelt. Der sogenannte "Black Friday" gilt dort als maßgeblich für das Weihnachtsgeschäft im Einzelhandel.

Mit 5918,94 Punkten schaffte es der Cac 40 <FR0003500008> zuletzt ebenfalls leicht mit 0,11 Prozent über die Gewinnschwelle. Der britische FTSE 100 <GB0001383545> verblieb mit 7415,98 Zählern ganz knapp darunter. Er stand gebremst von schwachen Minenwerten, die in London gewichtig sind, noch 0,01 Prozent tiefer.

Der Teilindex der Rohstoffe namens Stoxx Europe 600 Basic Resources <EU0009658624> war denn auch mit einem Abschlag von 0,6 Prozent gesamteuropäisch letzter in der Branchentabelle. Der Sektor gilt in wirtschaftlich unsicheren Zeiten als besonders schwankend.

Besser erging es am "Black Friday" den Einzelhandelswerten mit einem Anstieg um 0,3 Prozent. In ähnlichem Maße ging es für den Reise- und Freizeitsektor nach oben, womit sich dieser von seinen jüngsten Verlusten erholte. Spitzenreiter war die Medienbranche mit einem Anstieg um ein halbes Prozent bei ihrem Teilindex <EU0009658640>.

Bei den Einzelwerten waren einige Analystenkommentare richtungsweisend. Air France-KLM <FR0000031122> zum Beispiel fielen in Paris gegen das am Freitag erholte Branchenumfeld um 1,3 Prozent, nachdem die Credit Suisse die Papiere auf "Underperform" abgestuft hat. Analyst Neil Glynn sieht in der Fluggesellschaft die einzige mit einer größeren Gefahr sinkender Konsensschätzungen.

Societe Generale <FR0000130809> dagegen hoben sich mit einem Anstieg um 0,8 Prozent positiv vom Marktumfeld ab. Laut dem Barclays-Experten Omar Fall steht die französische Bank vor einem großen Jahr 2020. Spitzenreiter im Cac waren Renault <FR0000131906> mit einem Anstieg um fast 2 Prozent. Als Treiber galt hier, dass der Autobauer seine Zusammenarbeit mit Nissan und Mitsubishi stärken will.

In London wurden St James's Place <GB0007669376> am FTSE-Ende mit knapp 4 Prozent von einem negativen Kommentar der Experten von Goldman Sachs belastet. Analyst Johnny Vo sieht bei dem Versicherer viel bilanziellen Gegenwind, der das Dividendenwachstum bremsen könne. Operativ stehe das Unternehmen jedoch gut da.

Zum Spitzenreiter im "Footsie" wurden Ocado <GB00B3MBS747>. Eine internationale Kooperation mit dem japanischen Einzelhändler Aeon katapultierte hier die Aktien des Online-Supermarkts um 12 Prozent nach oben. In den Schatten gestellt wurde dies aber noch vom Kurssprung um 14 Prozent bei der Immobiliengruppe Countrywide <GB00B9NWP991>. Beflügelt wurden die Papiere vom Verkauf eines Geschäftsbereichs zur Schuldenreduzierung./tih/fba