PARIS/LONDON (dpa-AFX) - Europas wichtigste Aktienmärkte haben am Freitag vor dem Notenbanker-Treffen wieder Fahrt aufgenommen und damit ihre Vortagesverluste weitgehend wettgemacht. Der EuroStoxx 50 <EU0009658145> notierte am späten Vormittag 0,45 Prozent höher bei 3388,96 Punkten, nachdem er am Donnerstag um rund 0,6 Prozent nachgegeben hatte. Damit zeichnet sich für den Leitindex der Eurozone ein Wochengewinn von rund 1,8 Prozent ab.

Der Cac-40-Index <FR0003500008> in Paris stieg am Freitag um 0,50 Prozent auf 5415,43 Punkte. Der Londoner FTSE 100 <GB0001383545> rückte um 0,71 Prozent auf 7179,04 Punkte vor.

Optimistische Erwartungen richten sich an das Notenbanker-Treffen in den USA. Die Hoffnungen der Anleger ruhen vor allem auf der am Nachmittag mitteleuropäischer Zeit beginnenden Rede von US-Notenbank-Präsident Jerome Powell, von der Signale für weitere Zinssenkungen erwartet werden. Diese Erwartungen könnten aber zu hoch sein, warnte Marktanalyst Milan Cutkovic von AxiTrader. "Denn Powell dürfte sich nach den jüngsten Konjunkturdaten aus den USA eher zurückhalten und weitere Zinssenkungen nur für den Fall einer Eskalation des Handelsstreits in Aussicht stellen."

Helaba-Volkswirt Ulrich Wortberg glaubt, dass der Fed-Chef keine Zweifel daran lassen wird, dass die nächste Zinslockerung bereits im September kommt. "Gleichwohl dürfte er ein nicht zu pessimistisches Bild von der US-Konjunktur zeichnen. Niedrige Zinsen und eine fortbestehende Wachstumsperspektive sollten den Aktienmärkten zugutekommen", so Wortberg.

Martin Güth, Investmentanalyst bei der LBBW, verwies auf ein weiteres Großereignis, das bei den Anlegern vor dem Wochenende für Zurückhaltung sorgen könnte: das G7-Treffen im französischen Biarritz. Dabei dürfte unter den Investoren die Frage dominieren, "welches Porzellan dieses Mal zerschlagen wird". Beim letztjährigen Treffen hatte US-Präsident Trump im Nachhinein seine Zustimmung zur Abschlusserklärung zurückgezogen. "Themen beim bis zum Montag dauernden Treffen dürften unter anderem der Irankonflikt sowie handels- und wirtschaftspolitische Fragen sein", glaubt Güth.

Aus Branchensicht standen europaweit die Aktien aus dem Reise- und Freizeitsektor mit einem durchschnittlichen Plus von 1,4 Prozent ganz oben in der Anlegergunst. Entsprechend gehörten die Anteilscheine von Air France-KLM <FR0000031122>, Ryanair <IE00BYTBXV33> und Easyjet <GB00B7KR2P84> mit Gewinnen zwischen 2,9 und 3,7 Prozent zu den gefragtesten Werten in Europa.

Am unteren Ende des Branchentableaus rangierten die Papiere aus dem Öl- und Gassegment mit einem Verlust von 0,4 Prozent. Die Aktien von Total <FR0000120271>, Shell <GB00B03MLX29> und BP <GB0007980591> verloren zwischen 0,2 und 0,5 Prozent.

Von Unternehmensseite dominierten mangels fundamentaler Nachrichten diverse Analystenstudien das Marktgeschehen. Im EuroStoxx50 waren die Titel von CRH <IE0001827041> mit einem Anstieg um 2,3 Prozent der Spitzenreiter. Zuvor hatten die Analysten der UBS und von Jefferies ihre Kursziele für die Aktien des irischen Baustoffkonzerns angehoben./edh/fba