PARIS/LONDON/MAILAND (dpa-AFX) - die Fusionspläne von Fiat Chrysler <NL0010877643> und Renault <FR0000131906> haben die Anleger an den europäischen Börsen am Montag begeistert. Der EuroStoxx <EU0009658145> gewann gegen Mittag 0,31 Prozent auf 3361,09 Punkte. Er hatte am Freitag eine verlustreiche Woche immerhin versöhnlich abgeschlossen.

Von den Europawahlen am Wochenende gingen keine größeren Impulse aus. Am Markt hieß es, die Volksparteien hätten zwar vielerorts an Stimmen eingebüßt, der von einigen befürchtete deutlichere Rechtsruck sei aber ausgeblieben.

Die Musik spielte zum Wochenstart im mit plus 1,6 Prozent sehr festen Autosektor <EU0009658681>, nachdem der italienisch-amerikanische Autobauer Fiat Chrysler eine Fusion mit dem französischen Kontrahenten Renault vorgeschlagen hatte. Dadurch erhoffen sich die Konzerne jährliche Einsparungen von fünf Milliarden Euro. Renault bestätigte inzwischen, den Vorschlag von Fiat-Chrysler erhalten zu haben. An den Börsen in Paris und Mailand wirkte die Nachricht wie ein Befreiungsschlag für die seit Monaten gebeutelten Aktien der beiden Hersteller: Renault gewannen fast 15 Prozent, Fiat Chrysler mehr als 10 Prozent.

Leidtragender Autobauer der aktuellen Entwicklung war am Aktienmarkt indes PSA <FR0000121501> mit minus 2,9 Prozent. PSA wurde von Marktteilnehmern bisher ebenfalls als möglicher Kandidat für eine Kooperation mit Fiat Chrysler gesehen.

Der Pariser Leitindex Cac 40 <FR0003500008> legte um 0,20 Prozent auf 5327,06 Punkte zu. In London gewann der FTSE 100 <GB0001383545> bislang 0,65 Prozent auf 7277,73 Zähler.

Waren die Autowerte der beste Sektor in Europa, standen am unteren Ende der Stoxx-600-Branchenübersicht die Medienwerte EU0009658640, deren Sektor sich prozentual unverändert zeigte. Vivendi <FR0000127771> waren mit einem Minus von einem halben Prozent unter den größten Verlierern im EuroStoxx.

An der Spitze des Schweizer Leitindex SMI <CH0009980894> profitierten die Anteile von Novartis <CH0012005267> mit plus 1,4 Prozent von neuen Zulassungen in den USA. Bei den von der US-Arzneimittelbehörde FDA genehmigten Mitteln handelt es sich um das Brustkrebs-Medikament Piqray und das Gentherapie-Mittel Zolgensma. Analysten reagierten erfreut darauf und hoben teilweise ihre Kursziele an./ajx/jha/