PARIS/LONDON (dpa-AFX) - Nach dem scharfen Rücksetzer zur Wochenmitte haben Europas Börsen am Donnerstag wieder zugelegt. Schnäppchenjäger nutzten nach Einschätzung von Marktanalyst Timo Emden derzeit das niedrigere Niveau zum Wiedereinstieg. Der EuroStoxx 50 legte zuletzt um 0,28 Prozent auf 3205,14 Punkte zu.

Auch in Paris verbuchte der Cac 40 ähnlich moderate Gewinne, während der Londoner FTSE 100 Index zuletzt kaum vom Fleck kam.

Tags zuvor noch hatte die um sich greifende Angst vor einer zweiten Infektionswelle mit dem Corona-Virus den Index auf das tiefste Niveau binnen einer Woche gedrückt. Hinzu kamen neuerliche Handelsspannungen wegen möglicher US-Zölle auf Waren aus Europa und Großbritannien. Zuvor noch hatte die Aktienmarktrally nach dem Corona-Crash den EuroStoxx 50 seit seinem Tief Mitte März bis Anfang Juni um fast 50 Prozent nach oben getrieben.

Während die Anleger nun am Donnerstag zwar wieder vorsichtig zugreifen, sind die Gefahren nicht gebannt. Laut Weltgesundheitsorganisation WHO dürfte die Zahl der weltweit offiziell mit dem Corona-Virus infizierten Menschen schon bald auf 10 Millionen steigen. Die USA verzeichneten zuletzt einen weiteren Höchststand bei den Neuinfektionen.

An Europas Börsen waren gleichwohl vor allem konjunkturabhängige Sektoren gefragt, allen voran der Autosektor, der am Vortag noch unter der verschlechterten Stimmung gelitten hatte. Aber auch Finanzwerte und Versorger fanden sich unter den stärksten Gewinnern wieder. Zu den wenigen Verlierern gehörte einmal mehr die von der Pandemie schwer getroffene Reisebranche.

Unterdessen ließ die Nachricht vom Insolvenzantrag des in einen Bilanzskandal verwickelten deutschen Zahlungsabwicklers Wirecard die Kurse der internationalen Konkurrenz weiter steigen. In Paris führte der französische Wettbewerber Worldline den Leitindex Cac 40 mit einem Aufschlag von mehr als vier Prozent an, für Adyen aus den Niederlanden ging es um zwei Prozent hoch.

In London sackten die Easyjet -Papiere nach einer Kapitalerhöhung zeitweise um mehr als sieben Prozent auf rund 700 Pence ab und damit in etwa auf den Ausgabepreis. Das Unternehmen sammelte rund 419 Millionen Pfund (463 Mio Euro) ein./tav/jha/