PARIS/LONDON (dpa-AFX) - Eine Anleiheauktion in Spanien, neue Sorgen um Griechenland sowie Befürchtungen über eine weitere Eskalation des Nahostkonfliktes haben am Donnerstag auf die Stimmung an den Börsen Europas gedrückt. Der EuroStoxx 50 sank nach einem freundlichen Start bis zur Mittagszeit um 0,10 Prozent auf 2.490,00 Punkte. In Paris zeigte sich der Cac 40     mit minus 0,04 Prozent auf 3.404,66 Punkte fast unverändert. Der britische FTSE 100     sank um 0,18 Prozent auf 5.815,47 Zähler.

Händler verwiesen darauf, dass die Anleihe-Auktion gezeigt habe, dass der Zinsdruck für Spanien wieder langsam steige. Hintergrund sei die Hängepartie um den Hilfsantrag der Madrider Regierung beim EU-Rettungsfonds. Auch Meldungen, denen zufolge der griechischen Regierung spätestens Mitte November die Barmittel ausgehen, wurden als Grund genannt, sowie Berichte über angebliche Truppenbewegungen des Iran in Richtung der türkischen Grenze.

Darüber hinaus rückt neben der Sitzung der Bank of England vor allem die Ratssitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) zunehmend in den Fokus der Anleger. Diese ist insbesondere vor dem Hintergrund der Spekulationen um den Hilfsantrag Spaniens von Interesse.

Unter den Einzelwerten im EuroStoxx waren die als defensiv geltenden Aktien des Textilherstellers Inditex ( INDITEX Aktie) Favorit mit plus 2,04 Prozent, während Telekomwerte sich allgemein schwach präsentierten. Die beiden Schlusslichter waren Deutsche Telekom ( DEUTSCHE TELEKOM Aktie) mit minus 1,89 Prozent und France Telecom ( FRANCE TELECOM Aktie) mit minus 1,66 Prozent. Telefonica ( TELEFONICA Aktie) gaben um 0,86 Prozent nach.

Im Fokus am internationalen Markt standen aber vor allem die Aktien von Nobel Biocare , die im SPI um 7,63 Prozent einbrachen. Wegen der weiterhin sehr schwachen Geschäftsentwicklung in dem für Nobel Biocare wichtigen Markt Japan senkte das der Schweizer Zahnimplantate-Hersteller seine Prognosen für das Gesamtjahr. So rechnet Nobel Biocare für 2012 mit einem Umsatzrückgang zu konstanten Wechselkursen im niedrigen einstelligen Prozentbereich, nachdem bisher noch ein leichtes Umsatzwachstum in Aussicht gestellt worden war. Zudem wurde die Prognose für das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) von zuvor 72 Millionen Euro auf nun 67 bis 70 Millionen Euro zusammengestrichen.

In London sprangen dagegen die Aktien von Halfords ( HALFORDS Aktie) nach starken Umsatzzahlen und einer positiveren Jahresprognose um 13,83 Prozent hoch. Der Händler von Autoteilen rechnet nun mit einem Vorsteuergewinn für das Gesamtgeschäftsjahr am oberen Ende der bereits früher angegebenen Spanne zwischen 62 und 70 Millionen Pfund. Zahlreiche Analysten reagierten positiv und hoben ihr Kursziel oder gar das Anlageurteil an, darunter auch die UBS, Barclays und die Deutsche Bank./ck/ag