PARIS/LONDON (dpa-AFX) - Europas Börsen haben am Mittwoch der klaren Ablehnung des Brexit-Abkommens durch das britische Parlament getrotzt und ein wenig zugelegt. Lediglich in London ging es mit den Aktienkursen etwas bergab.

Um die Mittagszeit notierte der EuroStoxx 50 0,06 Prozent im Plus bei 3070,01 Punkten. Für den französischen Cac 40 ging es um 0,25 Prozent auf 4797,07 Punkte hoch. Dagegen sank der britische FTSE 100 um 0,38 Prozent auf 6868,90 Zähler.

Ein Scheitern des zwischen Großbritannien und der Europäischen Union (EU) ausgehandelten Abkommens war bereits erwartet worden - auch wenn die Ablehnung überraschend deutlich ausgefallen war. Marktbeobachter verwiesen zudem auf beruhigende Aussagen von Mario Draghi. Der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB) hatte am Vortag vor dem EU-Parlament zwar von einer erwarteten Wirtschaftsabschwächung gesprochen, geht aber nicht von einer Rezession aus.

In der europäischen Branchenübersicht glänzten vor allem Bankentitel: Der Subindex im marktbreiten Stoxx Europe 600 stieg um 1,05 Prozent, gefolgt vom 1,02 Prozent festeren Versicherer-Index. Schlusslicht war hingegen der Index der Lebensmittel- und Getränkehersteller, der um 0,34 Prozent nachgab.

Ein Übernahmeangebot des dänischen Transport- und Logistikkonzerns DSV bescherte dem Schweizer Konkurrenten Panalpina einen Kursprung von knapp 30 Prozent auf 177,80 Franken. Damit notierten sie über der DSV-Offerte, die die Schweizer mit 170 Franken je Aktie beziehungsweise insgesamt rund vier Milliarden Franken bewertet. Dies deute darauf hin, dass der Markt auf ein mögliches Gegengebot eines Kontrahenten setze, sagte ein Börsianer. Dennoch ging es für DSV um mehr als drei Prozent nach oben.

Der Börsianer verwies zudem darauf, dass die 24-prozentige Prämie auf den letzten Panalpina-Schlusskurs eine höhere Bewertung der gesamten Branche nach sich ziehe. Die Anteilsscheine der Deutschen Post waren mit fast zweieinhalb Prozent Plus Favorit der Anleger im Dax und EuroStoxx, und in Zürich ging es für Kühne & Nagel um über drei Prozent hoch.

Dagegen mussten die Aktionäre von Reckitt Benckiser einen Kursrückgang von mehr als zwei Prozent verkraften. Der britische Konsumgüterkonzern muss einen Nachfolger für seinen Chef Rakesh Kapoor finden, der zum Jahresende in den Ruhestand gehen will. Sein Rückzug folgt einer Reihe von Rückschlägen. 2017 belasteten ein Cyberangriff und eine missglückte Einführung eines Fußpflegeprodukts die Geschäftsentwicklung von Reckitt Benckiser. Im vergangenen Jahr setzten sich die Probleme mit einer Produktionsstörung in einer europäischen Fabrik zur Herstellung von Babynahrung fort./gl/jha/