PARIS/LONDON (dpa-AFX) - Den europäischen Börsen hat am Montag nach ihrer jüngsten Rally Antrieb gefehlt. Auf dem höchsten Niveau seit fünf Jahren gab der EuroStoxx 50 <EU0009658145> am Vormittag um 0,22 Prozent auf 3799,70 Punkte nach. Er konnte sich so den im April 2015 erreichten 3836 Punkten nicht mehr weiter nähern. Darüber würde ein Hoch seit 2008 winken.

Bevor in der neuen Handelswoche neben der auf Touren kommenden US-Bilanzsaison auch diverse europäische Wirtschaftszahlen bei Investoren in den Fokus rücken, hatte die Agenda am Montag eher wenig zu bieten. Neue Kurstreiber sind im Tagesverlauf auch nicht aus den USA zu erwarten, da der Handel an der Wall Street wegen des "Martin Luther King Day" pausiert. Damit fehlten dem hiesigen Markt auch die Handelsimpulse der US-Investoren.

In Paris Cac 40 <FR0003500008>, der sich auf dem höchsten Niveau seit 2007 bewegt, um 0,37 Prozent auf 6078,38 Zähler nach. In London verlor der FTSE 100 <GB0001383545> zuletzt 0,32 Prozent auf 7650,33 Zähler.

In dem zögerlichen Marktumfeld eroberten die Aktien von Telefonica <ES0178430E18> im EuroStoxx die Spitze. Der Anstieg um 1,3 Prozent wurde am Markt mit einem Bericht der Zeitung "El Mundo" begründet. Demnach soll ein Konsortium aus lokalen Unternehmen ein 10 Milliarden Euro schweres Gebot für eine 51-Prozent-Mehrheit an den lateinamerikanischen Aktivitäten außerhalb Brasiliens abgegeben haben.

Im Zuge dessen gehörten Telekom-Werte im Sektorvergleich zu den wenigen Branchen mit positivem Vorzeichen. Knapp im Plus bewegten sich ansonsten nur noch die Teilindizes der Versicherungs- und Baustoffbranchen. Schwäche dagegen zeigten vor allem die Sektoren Konsum- und Haushaltsgüter sowie Einzelhandel mit Abschlägen von jeweils etwa 0,7 Prozent. Die 1,2 Prozent schwächeren Inditex <ES0148396007>-Aktien gehörten aus letztgenannter Branche zu den Schlusslichtern im EuroStoxx.

In London brachen die Aktien des Getränkekonzerns Fevertree <GB00BRJ9BJ26> um mehr als ein Fünftel ein. So war das Weihnachtgeschäft des Unternehmens erschreckend schwach verlaufen. Intu Properties <GB0006834344> sackten in London angesichts von Überlegungen in Richtung einer Kapitalerhöhung um 7,6 Prozent ab.

Die Aktien der Auto Trader Group <GB00BVYVFW23> stiegen nach einer Kaufempfehlung durch die Experten von Goldman Sachs um zweieinhalb Prozent. Sie waren so der Spitzenreiter im Leitindex FTSE 100./tih/mis