PARIS/LONDON (dpa-AFX) - Die Anleger an Europas Börsen haben am Dienstagmittag nach anfänglichen Verlusten zugelegt. Aussagen von EZB-Präsident Mario Draghi rissen die Märkte aus ihrer Lethargie. Sollte sich der Wirtschaftsausblick nicht bessern, sei eine zusätzliche Lockerung notwendig, hatte Draghi auf der EZB-Notenbankkonferenz im portugiesischen Sintra gesagt.

Der EuroStoxx 50 <EU0009658145> zog um 1,19 Prozent auf 3423,41 Punkte an. Der französische Cac 40 <FR0003500008> gewann zuletzt 1,43 Prozent auf 5468,26 Punkte, und der britische FTSE 100 <GB0001383545> rückte um 0,70 Prozent auf 7409,00 Zähler vor.

Allerdings bleibt abzuwarten, wie nachhaltig der Anstieg ist. Der Zinsentscheid der US-Notenbank zur Wochenmitte sorgte noch am Vortag für Zurückhaltung an den Märkten. Die Fondsgesellschaft Fidelity betrachtet die Markterwartung baldiger Zinssenkungen durch die Fed skeptisch. "Das Szenario eines angespannten Arbeitsmarktes könnte nämlich in Kombination mit Importzöllen und den damit verbundenen zu erwartenden Preissteigerungen eine explosive Mischung ergeben, die der Fed den Spielraum für Zinssenkungen nehmen könnte. Zusätzlich implizieren jüngste Konsumentendaten in den USA, dass sich der private Verbrauch trotz einer vermeintlichen wirtschaftlichen Abschwächung besser entwickelt als bisher erwartet", hieß es in einem Kommentar des Vermögensverwalters. Dies Gemengelage könnte dazu führen, dass Fed-Chef Jerome Powell die Marktteilnehmer enttäuscht.

Branchen, die stark auf die Zinsentwicklung reagieren, so zum Beispiel die Versorger, waren gefragt. Im Gegenzug lagen die Bankaktien am Ende des Feldes. Societe Generale büßten 0,5 Prozent ein.

Nicht allzu üppig fielen auch die Gewinne im Autosektor aus. Die Stoxx-600-Index erholte sich zwar von anfänglichen Abgaben, hinkte mit kaum veränderter Tendenz aber den Indizes hinterher. Der Broker Oddo hatte seine Schätzungen für die KFZ-Zulassungen in diesem Jahr weiter gesenkt. Aktien von Renault notierten Ex-Dividende und fielen nur optisch. Der französische Autohersteller überweist seinen Aktionären 3,55 Euro je Aktie./mf/mis