PARIS/LONDON (dpa-AFX) - Europas wichtigste Börsen haben am Dienstag moderate Gewinne verzeichnet. Unterstützung lieferte der weitere schwächere Euro und das britische Pfund im Vergleich zum US-Dollar. Das kann exportorientierten Unternehmen in Europa den Absatz ihrer Waren erleichtern. Vorsichtig stimmen die Anleger nach wie vor die weltweit steigenden Marktzinsen, denn Anlageformen wie Anleihen gewinnen so im Vergleich zu Aktien zunehmend wieder an Attraktivität.

Im Fokus an den Aktienmärkten standen zudem zahlreiche Unternehmen mit ihren Quartalsberichten. Der etwas schwächer als erwartet ausgefallene Ifo-Index in Deutschland für den Monat April zeigte so gut wie keine Auswirkung. Den fünften Monat in Folge nun schon hat sich die Stimmung in den deutschen Unternehmen eingetrübt.

Der EuroStoxx 50 , der Leitindex der Eurozone, rückte am späteren Vormittag um 0,25 Prozent auf 3521,97 Punkte vor. Für den französischen Leitindex CAC-40 ging es um 0,08 Prozent nach oben auf 5442,76 Punkte. Der britische FTSE 100 legte um 0,31 Prozent auf 7422,17 Punkte zu. In den USA zeigte sich die Rendite zehnjähriger Staatsanleihen am Vorabend weiter nahe an der Dreiprozentmarke stabil. Der Kurs des Euro war im asiatischen Handel unter 1,22 Dollar gesunken, wo er sich auch im weiteren Verlauf hielt.

In der Branchenübersicht waren Reise- und Freizeitaktien die Schlusslichter. Der Sektor büßte 0,83 Prozent ein, während die Technologiebranche dank besser als erwarteter Quartalszahlen von SAP als stärkster Sektor um 1,02 Prozent zulegte. Die Schwäche des österreichischen Apple -Zulieferers AMS , dessen Aktien in der Schweiz nach enttäuschenden Quartalszahlen und einem schwachen Ausblick um 11,25 Prozent einbrachen, drückte allerdings auf die gute Laune.

Auch der flaue Quartalsumsatz des südkoreanischen Chipspezialisten SK Hynix belastete und weckte sogleich Erinnerungen an die schwachen Umsatzerwartungen von Taiwan Semiconductor (TSMC) aus der Vorwoche. Da waren erhebliche Sorgen um die Smartphone-Nachfrage beim iPhone-Hersteller Apple und seinen Lieferanten geweckt worden. In Mitleidenschaft wurden auch die Papiere von STMicro gezogen, die im französischen CAC 40 um 1,27 Prozent nachgaben.

Unter den Einzelwerten büßten die Aktien der Bank Santander am EuroStoxx-Ende 2,33 Prozent ein. Die spanische Großbank startete mit wachsenden Gewinnen in das neue Jahr. JPMorgan etwa sprach von einem soliden ersten Quartal. Das Analysehaus Jefferies zeigte sich zwar auch zufrieden, bemängelte aber die Geschäftsentwicklung in Großbritannien.

PSA und Michelin zeigten sich in Paris nach Umsatzzahlen schwach mit jeweils rund 1,3 Prozent. Vinci gaben um 0,9 Prozent nach. Der Konzessions- und Baukonzern unterschrieb einen Vertrag zum Kauf mehrerer zum Unternehmen Airports Worldwide gehörender Flughäfen.

In Amsterdam ging es für die Papiere des Chemieunternehmens Akzo Nobel nach enttäuschenden Quartalszahlen - insbesondere in der Beschichtungssparte - um 4,26 Prozent abwärts./ck/fba