PARIS/LONDON (dpa-AFX) - Europas Börsen haben am Donnerstag leicht nachgegeben. An Fronleichnam änderte sich nichts an der Zurückhaltung der Anleger, die mangels neuer Impulse zuletzt schon spürbar war. Gegen Mittag stand der EuroStoxx 50 mit 0,20 Prozent im Minus bei 4080,18 Punkten.

Auch an den großen Länderbörsen ging es etwas nach unten. Der französische Cac 40 gab zuletzt um 0,17 Prozent auf 6510,18 Zähler nach. Der britische FTSE 100 kam deutlicher unter Druck, er fiel um 0,70 Prozent auf 7058,32 Punkte.

Am Markt hieß es, die Anleger warteten weiter auf neue Signale zu den geldpolitischen Perspektiven in den USA. Noch in dieser Woche kommen von dort wichtige Wirtschaftsdaten, die den Inflationsbedenken der Anleger neue Impulse geben könnten. Allen voran gilt dies für den Arbeitsmarktbericht am Freitag.

Auf der Verliererseite standen in Europa wie schon am Vortag vor allem die Energiekonzerne mit dem Versorger-Index, der um 0,8 Prozent sank. Die klarsten Kursgewinne gab es im Autosektor, dessen Teilindex um 0,4 Prozent zulegte - den weiter spürbaren Sorgen um die Auswirkungen einer Halbleiterknappheit zum Trotz. Der zuletzt mit dem Ölpreis gestiegene Ölsektor verharrte mit einem knappen Plus auf seinem erhöhten Niveau.

Auf Unternehmensseite machte der Baustoffkonzern Saint Gobain in Paris positiv von sich reden, die Papiere zogen dort um 3,5 Prozent an. Laut dem UBS-Experten Gregor Kuglitsch lässt ein starker Zwischenbericht zum ersten Geschäftshalbjahr Luft nach oben für die Markterwartungen im Gesamtjahr.

Die Aktien von Nokia und Roche wurden von Analystenkommentaren in unterschiedliche Richtungen geschickt. Nokia legten in Helsinki 2,4 Prozent zu, nachdem das Analysehaus Liberum eine Kaufempfehlung ausgesprochen hatte. Analyst Janardan Menon gab sich in seiner Studie optimistisch, dass die Finnen ihre für 2021 gesteckten Ziele übertreffen können.

Roche standen dagegen in Zürich knapp mit 0,1 Prozent im Minus, die Aktien konnten so aber anfangs noch deutlichere Einbußen eindämmen. Hier hatte die französische Großbank Societe Generale ihre bisherige Kaufempfehlung aufgegeben. Analyst Justin Smith begründete dies mit Zweifeln an der Umsatzentwicklung des Pharmakonzerns im nächsten Jahr./tih/jha/