PARIS/LONDON (dpa-AFX) - Europas Aktienmärkte haben ihre jüngste Verlustserie am Dienstag zunächst gestoppt. Der EuroStoxx 50 kletterte bis gegen Mittag um 0,83 Prozent auf 4029,22 Punkte. Getragen wurde die Erholung vor allem von Kursgewinnen im zuvor schwächelnden Technologiesektor. Laut Börsianern bleibt die Stimmung dennoch gedämpft, nachdem tags zuvor noch die steigenden Ölpreise die Inflationssorgen weiter befeuert und auf die Kurse weltweit gedrückt hatten.

In Paris zog der Cac 40 um 0,80 Prozent auf 6529,73 Zähler an. Der FTSE 100 rückte um 0,66 Prozent auf 7057,38 Punkte vor.

Im Fokus blieb der Ölsektor: Aktien von Ölmulti BP rückten zuletzt um ein Prozent vor, Shell -Papiere verteuerten sich moderat. Die Ölpreise hatten tags zuvor Mehrjahreshochs erreicht, nachdem der Ölverbund Opec+ dem Ruf nach einer sehr starken Förderausweitung nicht nachgekommen war.

Der jüngste mehrtägige Ausverkauf bei den Technologiewerten lockte hingegen Anleger zurück in den Sektor. ASML etwa verteuerten sich um fast zweieinhalb Prozent, Infineon waren nach einer zuversichtlichen Prognose für 2022 Sieger im EuroStoxx 50 mit fast drei Prozent Aufschlag.

Autopapiere standen hingegen europaweit etwas unter Druck. Die Branche bekommt den Chipmangel seit einiger Zeit besonders stark zu spüren. Daimler gehörten mit 0,8 Prozent Abschlag zu den Schlusslichtern im europäischen Leitindex.

In London profitierten Papiere von Smith & Nephew mit fast drei Prozent Kursplus von einer positiven Analystenstimme. Die Barclays -Analysten sehen das britische Medizintechnik-Unternehmen als einen Profiteur der Lage in den Krankenhäusern, wo die während der Corona-Krise aufgestauten Operationen nun auf ihre Abarbeitung warten.

In der Schweiz legten Zur Rose nach beruhigenden Aussagen des Konkurrenten Shop Apotheke zu den Jahreszielen um 2,3 Prozent zu. Swiss Re knickten dagegen um ein halbes Prozent ein, nachdem der Rückversicherer zuvor die erwarteten Milliardenschäden durch den US-Hurrikan Ida und andere Unwetterkatastrophen beziffert hatte. Die Auswirkungen seien zwar niedriger als von ihm gedacht, alles in allem sei 2021 für die Swiss Re aber ein schweres Katastrophen-Jahr, schrieb UBS-Analyst Will Hardcastle in einer am Dienstag vorliegenden Studie./tav/mis