PARIS/LONDON (dpa-AFX) - Dank starker Konjunkturdaten in den USA haben sich Europas Börsen nach dem langen Osterwochenende zu neuen Höhen aufgeschwungen. Der EuroStoxx 50 rückte am Dienstagvormittag um 0,8 Prozent auf 3977 Punkte vor auf den höchsten Stand seit mehr als 13 Jahren. Die runde Marke von 4000 Punkten verpasste der Leitindex für die Eurozone nur knapp.

Die am Karfreitag veröffentlichten Zahlen zur Beschäftigung in den USA im März übertrafen die Erwartungen bei weitem. Daraufhin hatten die Kurse an der Wall Street am Ostermontag neue Rekordstände erreicht. An den meisten europäischen Börsen fand dagegen am Montag kein Handel statt.

"Mit den starken US-Daten, der Aussicht auf staatliche Wachstumsprogramme und Lockerungen in der Pandemie in den USA bleibt der Appetit der Anleger auf Aktien groß", schrieb Analyst Pierre Veyret vom Handelshaus Activtrades. Die europäischen Märkte holten nun die Kursgewinne an der Wall Street nach.

Frankreichs Leitindex Cac 40 rückte am Dienstag um 0,6 Prozent auf 6139 Punkte vor. Für den FTSE 100 in London ging es um 1,2 Prozent noch stärker nach oben auf 6818 Zähler.

Die Hoffnungen auf Wirtschaftswachstum spiegelten sich mit Block auf die Favoriten der Investoren wider. Am stärksten legte mit 2,4 Prozent der als besonders konjunkturzyklisch geltende Rohstoffsektor zu. Einziger Verlierer unter den 19 Sektoren waren die Telekomaktien mit einem Minus von 0,9 Prozent. Hier wirkten sich allerdings die Dividendenabschläge der Deutschen Telekom und der Swisscom belastend aus.

In Zürich legte der jüngst stark gefallene Kurs der Credit Suisse um 0,3 Prozent zu. Analysten lobten ein starkes Ergebnis der Großbank im ersten Quartal, wenn die milliardenschwere Belastung durch den Ausfall eines Hedgefonds ausgeklammert werde. Diese Probleme hatten den Kurs zuletzt einbrechen lassen.

Auf ein Rekordhoch von gut 580 Euro stiegen die Papiere von LVMH , nachdem das US-Investmenthaus Jefferies das Kursziel für den Luxusgüterkonzern auf 660 Euro erhöht hatte. Zuletzt betrug das Kursplus noch 0,8 Prozent auf 576,50 Euro. Eine neue Kaufempfehlung von Goldman Sachs für ABB ließ den Kurs des Industriekonzerns um 0,9 Prozent zulegen.

Die EU-Kommission billigte derweil staatliche Hilfen für die schwer von der Corona-Krise getroffene Fluggesellschaft Air France unter Auflagen. Dem Aktienkurs half das indes nicht, droht doch eine Verwässerung der Gewinne je Aktie wegen einer Kapitalerhöhung. Air France-KLM gaben um 0,7 Prozent nach./bek/mis