PARIS/LONDON (dpa-AFX) - Im internationalen Handelskonflikt verhärten die Fronten immer mehr und lassen die Aktienkurse an den europäischen Börsen sinken. Am Freitag setzte die Ankündigung der USA, Mexiko mit Strafzöllen zu belegen, vor allem dem Autosektor <EU0009658681> zu. Aber auch die nochmalige Zuspitzung des Streits zwischen den USA und China sorgt für Abgabedruck.

Nach seiner Zwischenerholung am Vortag rutschte der europäische Leitindex EuroStoxx 50 <EU0009658145> am Vormittag zeitweise auf den tiefsten Stand seit Ende Februar. Mit einem Abschlag von zuletzt 1,11 Prozent auf 3281,27 Punkten bahnt sich auf Monatssicht ein Minus von mehr als sechseinhalb Prozent an. Es wäre in diesem Jahr der erste Monat mit negativer Bilanz.

Für den französischen Cac 40 <FR0003500008> ging es am Freitagvormittag bislang um 1 Prozent auf 5196,52 Punkte abwärts. Der britische FTSE 100 <GB0001383545> verlor 0,90 Prozent auf 7153,29 Punkte.

US-Zölle auf Waren aus Mexiko treffen die Autohersteller besonders, weil sie dort produzieren. Der europäische Branchenindex für Autowerte gab unter allen Branchen der Stoxx-600-Übersicht mit minus 2,7 Prozent am deutlichsten nach. Im Eurostoxx waren die Vorzugsaktien von Volkswagen <DE0007664039> mit einem Abschlag von 3,6 Prozent der zweitschwächste Wert. Volkswagen betreibt im mexikanischen Puebla eines seiner größten Werke.

Zu Wochenbeginn hatte der Vorschlag von Fiat Chrysler <NL0010877643> für eine Fusion mit Renault <FR0000131906> dem Sektor zunächst kräftig Auftrieb verliehen. Die Gewinne sind längst wieder dahin. Auch Fiat Chrysler und Renault verbuchten am Freitag deutliche Abschläge von jeweils mehr als viereinhalb Prozent.

Rohstoffwerte <EU0009658624> litten unter den sich weiter eintrübenden Konjunkturaussichten angesichts des an Schärfe zunehmenden und immer mehr Länder erfassenden Handelsstreits. Auch Bank-Aktien <EU0009658806> verloren deutlich. BBVA <ES0113211835> waren mit minus 3,8 Prozent das Schlusslicht im EuroStoxx, Santander <ES0113900J37> gaben um 1,8 Prozent nach. Für die beiden spanischen Kredithäuser ist Mexiko ein wichtiges Standbein.

Vergleichsweise moderat fiel dagegen das Minus für den Telekomsektor <EU0009658947> aus mit 0,1 Prozent. Telekomwerte gelten als defensiv und werden in einem schwachen Markt stärker gesucht als Zykliker./ajx/jha/