PARIS/LONDON (dpa-AFX) - Die sich wieder verschärfenden Spannungen zwischen den USA und China haben Europas wichtigste Börsen am Freitag in die Knie gezwungen. Zudem rückte die Furcht vor den wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie wieder verstärkt in den Vordergrund.

Der EuroStoxx 50 als Leitindex der Eurozone büßte bis zum Mittag 1,55 Prozent auf 3319,63 Punkte ein. Auf Wochensicht deutet sich damit ein Minus von mehr als 1 Prozent an.

In Paris fiel der Cac 40 am Freitag um 1,30 Prozent auf 4968,20 Punkte. Für den FTSE 100 ("Footsie") in London ging es um 1,23 Prozent auf 6135,38 Punkte nach unten.

Zuletzt gewannen die geopolitischen Spannungen an den Börsen wieder die Oberhand. Als Reaktion auf die Schließung eines chinesischen Konsulats in Houston hat China seinerseits die USA aufgefordert, ihre diplomatische Vertretung in der südwestchinesischen Stadt Chengdu zu schließen. Die angeordneten Schließungen verschärfen die Spannungen zwischen den beiden größten Volkswirtschaften, die schon wegen Chinas Umgang mit dem Ausbruch des Coronavirus, der Handelspolitik und dem harten chinesischen Vorgehen in Hongkong und in Xinjiang im Streit liegen.

Branchenweit gab es in dem trüben Umfeld nur Verlierer. Die größten Einbußen mussten die Technologiewerte verkraften, die um 3,32 Prozent einknickten. Ein Ausverkauf an den New Yorker Börsen in der Branche schwappte auf Europa über. Am Vorabend hatten die Anleger an der Nasdaq bereits im großen Stil Kasse gemacht bei den dort sehr marktprägenden Tech-Aktien.

Zudem stimmten Aussagen von Intel die zuletzt verwöhnten Anleger im Chipsektor zusätzlich nachdenklicher. Der Konzern konnte mit dem Margenausblick nicht überzeugen. Am EuroStoxx-Ende fielen dementsprechend die Papiere von ASML um mehr als vier Prozent.

In Amsterdam hingegen schafften die Anteilsscheine von Signify ein Plus von knapp sechs Prozent. Der Lichtkonzern schlägt sich in der Corona-Krise besser als erwartet.

In London sackten die Papiere von Vodafone mit einem Minus von mehr als fünf Prozent an das "Footsie"-Ende. Der Telekommunikationskonzern musste im abgelaufenen Quartal wegen der Corona-Krise in vielen europäischen Ländern deutliche Einbußen einstecken./la/fba