PARIS/LONDON (dpa-AFX) - Vor den wichtigen US-Arbeitsmarktdaten für August haben sich Europas Börsen am Freitag stabil bis moderat im Plus gezeigt. Eine kleine Lockerung der chinesischen Geldpolitik brachte kurzzeitig am späteren Vormittag positive Impulse. Das hielt jedoch nicht lange, denn China senkte lediglich den Mindestreservesatz, was den heimischen Banken die Kreditvergabe erleichtert. Ansonsten betonte die chinesische Notenbank, dass keine flutartigen geldpolitischen Stimuli geplant seien, sondern man weiter umsichtig agieren wolle. Dennoch: Alles in allem steuern die wichtigsten europäischen Aktienmärkte auf ihre dritte Handelswoche mit Gewinnen zu.

Der Leitindex der Euroregion, der EuroStoxx 50 <EU0009658145>, zeigte sich zuletzt mit plus 0,04 Prozent auf 3485,96 Punkte kaum bewegt. Im Wochenverlauf würde dies ein Plus von knapp unter 2 Prozent bedeuten.

In Paris hielt sich der Cac-40-Index <FR0003500008> zuletzt auf Vortagesniveau bei 5593,10 Punkten, womit sich sein Wochenplus aktuell auf 2 Prozent summiert. Der Londoner FTSE 100 <GB0001383545> rückte um 0,09 Prozent auf 7277,90 Zähler vor. Das würde einen Wochengewinn von 1 Prozent bedeuten.

Unterstützung für die insgesamt freundliche Wochentendenz hatten vor allem von politische Ereignisse geliefert. So wuchs in Großbritannien mit dem Widerstand des Parlamentes gegen Premier Johnson und seinen "No-Deal-Brexit" die Hoffnung, dass es doch noch einen geordneten EU-Austritt Großbritanniens geben könnte. In Italien bildete sich eine neue Regierungsmannschaft unter Ministerpräsident Giuseppe Conte, die bereits versöhnlichere Signale in Richtung EU sendete. Zudem wollen die USA und China im Oktober weitere Handelsgesprächen führen.

Europaweit zeigte sich am Freitag etwa die Hälfte der Branchen im grünen Bereich, wobei der Einzelhandelssektor zuletzt mit plus 0,4 Prozent die Nase vorn hatte. Besonders schwach dagegen zeigten sich die Öl- und Gasbranche mit Abschlägen 0,8 Prozent und die der Versorger mit einem Minus von 1,2 Prozent.

Unter den Einzelwerten nahmen französische Aktien im Leitindex der Eurozone den ersten und letzten Platz ein. Die Anteile des Technologieunternehmens Safran <FR0000073272> bauten ihre Voragesgewinne aus und stiegen auf ein weitere Rekordhoch. Der Industriekonzern und Triebwerksbauer hatte am Vortag mit starken Halbjahreszahlen überzeugt und seine Geschäftsjahresziele angehoben. Nun folgten positive Analystenkommentare. Die US-Bank JPMorgan etwa sprach nun eine Kaufempfehlung aus. Die Papiere des Versorgers Engie <FR0010208488> gaben indes als Schlusslicht 1,3 Prozent ab.

Für Sodexo <FR0000121220> ging es im Cac 40 <FR0003500008> um 4 Prozent abwärts. Die britische Investmentbank Barclays stufte das Papier des Caterers auf "Underweight" ab. Zwar erscheine die Sodexo-Aktie im Vergleich zur britischen Compass Group <GB00BLNN3L44> günstig, doch der Bewertungsunterschied sei mehr als gerechtfertigt, urteilte Analystin Vicki Stern und verwies auf die um Zukäufe bereinigten schwächeren Wachstumsraten.

In London standen die Anteile der Berkeley Group mit im Blick, die um 2 Prozent zulegten. Der Immobilienentwickler informierte in seinem Zwischenbericht über robuste Marktbedingungen in London und dem Südosten Englands in den ersten vier Geschäftsjahresmonaten. Aktien von Öl- und Gasunternehmen wie Shell <GB00B03MLX29> oder BP <GB0007980591> indes gaben infolge des wieder schwächelnden Ölpreises nach./ck/mis