PARIS/LONDON (dpa-AFX) - Die Anleger an Europas Börsen haben zu Wochenbeginn überwiegend vorsichtig agiert. Nach der Rally der vergangenen Monate hielten sich die Anleger am Montag eher zurück. Weiterhin bremsen Inflationssorgen den Kursanstieg.

Der EuroStoxx 50 verharrte nahezu bei 4089,74 Punkten. Gleichwohl bewegt sich der Leitindex der Eurozone weiterhin auf dem Niveau von Anfang 2008.

Der französische Cac 40 bewegte sich bei 6515,98 Zählern kaum vom Fleck. Für den britischen FTSE 100 hingegen ging es um 0,19 Prozent auf 7082,44 Punkte nach oben.

Für Gesprächsstoff sorgten zu Wochenbeginn jüngste Aussagen von Janet Yellen. Die US-Finanzministerin hatte gesagt, Präsident Joe Biden sollte seine Ausgabenpläne zur Stützung der Konjunktur in der Corona-Krise vorantreiben, selbst wenn diese eine Inflation auslösen könnten, die bis ins nächste Jahr anhält. Zudem fügte Yellen hinzu, dass ein "etwas höheres" Zinsumfeld ein "Plus" für die USA wäre. Höhere Zinsen aber lassen Aktien im Vergleich zu festverzinslichen Wertpapieren in einem schlechteren Licht erscheinen.

Mit einem leichten Zinsanstieg könnten die Börsen ganz gut leben, schrieb Portfolio-Manager Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners. Und die Angst vor einem starken Zinsanstieg sei erst einmal verflogen. Diese werde erst mit stärkeren Wirtschaftsdaten zurückkehren. Solange die Konjunkturdaten aber - so wie der Arbeitsmarktbericht vom Freitag - maximal mittelmäßig ausfielen, habe an den Börsen keiner Angst vor einem massiven Zinsanstieg.

Aus Sektorsicht waren Aktien aus der Automobilbranche gefragt. Der Elektrifizierungstrend der Branche und der Konjunkturaufschwung nach der Corona-Krise, der gerade die zyklischen Branchen aufholen lässt, gelten als wichtigste Treiber für den zuletzt guten Lauf des europäischen Branchenindex . Dieser setzte sich an diesem Montag mit plus 0,5 Prozent fort. Dem Index fehlt nicht mehr viel bis zu seiner Bestmarke aus dem Jahr 2015./la/men