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Aktien Frankfurt: Dax mit neuem Angriff auf 13 000-Punkte-Marke

15:16 Uhr 16.05.2018

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Dax kämpft weiter mit der 13 000-Punkte-Marke. Auch am Mittwoch schaffte es der deutsche Leitindex nicht, die viel beachtete Schwelle klar hinter sich zu lassen: Nach einem Anstieg bis auf 13 030 Punkte behauptete er zuletzt ein Plus von 0,37 Prozent auf 13 017,44 Punkte. Während der schwache Euro mit seinen positiven Auswirkungen für die deutsche Exportwirtschaft den Dax stützte, sorgen das international verhaltene Börsenumfeld und die steigenden Anleiherenditen für Gegenwind.

"Der Dax präsentiert sich auch zur Mitte der Woche erstaunlich ruhig", schrieb Analyst Jens Klatt von JK Trading. "Mit dem verlängerten Pfingst-Wochenende vor der Nase scheint es äußerst unwahrscheinlich, dass es zum Wochenschluss spektakulärer wird." Grundsätzlich mute die Entwicklung aber wie die "Ruhe vor dem Sturm" an. "Die starken Verluste in Schwellenländerwährungen auf der einen bei einem zeitgleichen Anstieg der Zinsen in den USA auf der anderen Seite sind keine günstige Aussicht für einen bevorstehenden Lauf zurück über die 13 000-er Marke im Dax", befürchtet der Experte.

Auch die anderen deutschen Indizes machten zur Wochenmitte keine großen Sprünge: Der MDax der mittelgroßen Unternehmen stieg um 0,45 Prozent auf 26 690,48 Punkte, während der Technologiewerte-Index TecDax um 0,38 Prozent auf 2782,79 Punkte vorrückte. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 verlor hingegen 0,12 Prozent auf 3560,06 Zähler.

In der deutschen Bilanzsaison ist nach dem ereignisreichen Vortag die Luft erst einmal raus: Quartalszahlen gibt es nur vereinzelt aus der zweiten und dritten Reihe.

Im Dax standen vor allem die Bankenwerte unter Druck: Am Indexende verloren die nach Zahlen vortags starken Commerzbank-Titel 5,27 Prozent, während es für Deutsche-Bank-Aktien um weitere 2,87 Prozent bergab ging. Händler verwiesen auf die jüngsten politischen Entwicklungen in Italien, wo die mögliche neue Regierung aus den euroskeptischen Parteien Fünf Sterne und Lega einen Schuldenerlass fordern könnte.

Im MDax setzte sich der Anlagenbauer Dürr mit einem Kursplus von 5,56 Prozent an die Spitze. Er litt zwar unter der weiter schwächelnden Sparte mit Lackieranlagen, hofft aber dank der Bestellungen aus der Auto- und der Möbelindustrie im weiteren Jahresverlauf mit mehr Schwung. Analyst Peter Rothenaicher von der Baader Bank verwies beim schwächeren operativen Ergebnis (Ebit) auf den hohen Vergleichswert aus dem Vorjahr und lobte den "sehr guten Auftragseingang und die soliden Umsätze".

Die Anteilsscheine von Leoni gehörten ebenfalls zu den Favoriten der Anleger: Sie gewannen 3,70 Prozent. Der Kabelspezialist konnte laut endgültigen Zahlen zum Jahresauftakt den Gewinn um rund ein Fünftel steigern. Analyst Jose Asumendi von der US-Bank JPMorgan lobte den starken Anstieg des Auftragseingangs für die Bordnetzausrüstung von Elektrofahrzeugen.

Derweil büßten die Aktien der Deutschen Pfandbriefbank (PBB) angesichts des fast vollständigen Rückzugs des Bunds 3,56 Prozent auf 13,02 Euro ein. Am Dienstagabend hatte die in der Finanzkrise verstaatlichte Hypo Real Estate (HRE) über die Platzierung von zirka 22 Millionen PBB-Aktien berichtet - zu einem Preis von 12,95 Euro je Aktie. Die HRE hatte zuvor angekündigt, durch den Verkauf der von ihr gehaltenen Papiere ihren Anteil von zuletzt 20 auf 3,5 Prozent senken zu wollen. Die Platzierung erfolgte ausschließlich an institutionelle Anleger.

Wirecard-Titel erreichten nach endgültigen Quartalsresultaten des Zahlungsabwicklers bei 125,35 Euro ein Rekordhoch und notierten zuletzt mit plus 0,97 Prozent nur knapp darunter. Das TecDax-Unternehmen verdiente zu Jahresbeginn weiter gut am Einkaufsboom im Internet: Das Nettoergebnis stieg gegenüber dem Vorjahr um fast die Hälfte. Der Umsatz legte sogar noch stärker zu. Wirecard sei angesichts der Quartalszahlen auf dem besten Weg, auch die bereits angehobenen Ziele für das Gesamtjahr zu übertreffen, lobte Baader-Analyst Knut Woller.

Im SDax der geringer kapitalisierten Unternehmen kletterte Puma bei 456,50 Euro ebenfalls auf ein Rekordhoch und behauptete zuletzt ein Kursplus von 7,43 Prozent. An diesem Mittwoch wurde der Anfang des Jahres angekündigte Teilausstieg des französischen Luxuskonzerns Kering bei dem Sportartikelhersteller wirksam. Der Anteil Kerings sinkt von 86 Prozent auf knapp 16 Prozent und der Puma-Streubesitz steigt auf 55 Prozent.

Damit werde die Aktie besser handelbar und für sie erstmals seit zehn Jahren ein Investment, lobte Analystin Zuzanna Pusz von der Privatbank Berenberg. Puma bleibt ihr "Top Pick" im Sektor. Die Aktien des großen heimischen Konkurrenten Adidas gewannen im Kielwasser dieser Entwicklung 2,99 Prozent, was den Spitzenplatz im Dax bedeutete.

Der Euro sank zuletzt auf 1,1767 US- Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Dienstag noch auf 1,1883 (Montag: 1,1988) Dollar festgesetzt; der Dollar kostete damit 0,8415 (0,8342) Euro. Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite von 0,43 Prozent am Vortag auf 0,42 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,02 Prozent auf 139,61 Punkte. Der Bund-Future gewann 0,38 Prozent auf 158,45 Punkte./gl/jha/

--- Von Gerold Löhle, dpa-AFX ---

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DEUTSCHE PFANDBRIEFBANK Aktie DE0008019001 13,02 € 0,23%
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