FRANKFURT (dpa-AFX) - Anleger am deutschen Aktienmarkt bleiben nach den jüngsten Kursgewinnen erst einmal vorsichtig. Nach seinem Anstieg auf ein Hoch seit August in der Vorwoche war der Dax <DE0008469008> am Montag mit Minus 0,13 Prozent auf 12 551,75 Punkte wenig verändert. Auch im Index für mittelgroße Unternehmen MDax <DE0008467416> war mit einem Minus von 0,16 Prozent bei 25 888,23 Punkten nicht viel los. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 <EU0009658145> verlor ebenfalls 0,16 Prozent.

Hoffnungen auf eine anhaltend ultralockere Geldpolitik der Notenbanken hatten den Dax am Donnerstag noch auf gut 12 656 Punkte befördert. Positive Daten vom US-Arbeitsmarkt sorgten am Freitag dann aber für Unsicherheit, ob es tatsächlich zu einer frühen Einleitung einer Zinswende durch die US-Notenbank Fed kommt. Der Dax war daher bereits zum Wochenschluss ein wenig gefallen. Zudem bleibt die Lage in Nahost angesichts der Spannungen zwischen den USA und dem Iran heikel und auch die Handelsstreitigkeiten zwischen Japan und Südkorea hatten jüngst zugenommen. Vor der Berichtssaison könnte sich der Markt nun schwer tun.

Ein kleines bisschen Auftrieb erhielt der Dax am Montag durch neue Industriedaten aus Deutschland. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes war die Mai-Produktion im Vormonatsvergleich leicht gestiegen. "Angesichts des kräftigen Rückgangs um zwei Prozent im April ist dies natürlich nur ein schwacher Trost", schrieb Postbank-Experte Heinrich Bayer in einem Morgenkommentar. Das Gesamtergebnis werde letztendlich aber auch durch einen zuletzt kräftigen Rückgang bei der Bauproduktion nach unten verzerrt.

Auf Unternehmensseite hatte die Deutsche Bank <DE0005140008> mit ihrem Radikalumbau für Bewegung gesorgt. Der Konzern will bis 2022 jede fünfte Stelle streichen. Insgesamt werde der Umbau bis Ende 2022 voraussichtlich 7,4 Milliarden Euro kosten. Eine Kapitalerhöhung soll es zwar nicht geben, allerdings sollen die Aktionäre für die Jahre 2019 und 2020 auf eine Dividende verzichten.

Zwar kamen die Pläne zum Handelsbeginn an der Börse noch gut an. Wenig später drehte die Aktie aber wieder ins Minus. Zuletzt sackten die Aktien um 0,82 Prozent ab. Die geplanten Maßnahmen seien ein tiefer Einschnitt für das Geldhaus, schrieb Goldman-Sachs-Analyst Jernej Omahen in einer Studie. Die strukturellen Herausforderungen für seien damit aber nicht vom Tisch.

Im MDax dämmten Fuchs Petrolub <DE0005790430>-Papiere ihre deutlichen Anfangsverluste zwar ein, landeten mit einem Minus von zuletzt 3,45 Prozent aber dennoch auf dem vorletzten Platz im Index. Der Schmierstoffhersteller hatte seine Jahresprognose wegen der schlechten Wirtschaftslage in der Autoindustrie einkassiert. Neue Ziele soll es erst mit den Halbjahreszahlen am 1. August geben.

Im Nebenwerte-Index SDax brachen Washtec-Aktien <DE0007507501> zudem um 12,92 Prozent ein, nachdem der Hersteller von Autowaschanlagen seine Ziele gesenkt hatte.

Zalando <DE000ZAL1111>-Aktien gewannen im MDax 2,32 Prozent dazu, nachdem die Schweizer Bank Credit Suisse ihr Kursziel für den Online-Modehändler erhöht hatte. Die meisten Indikatoren wiesen auf ein ordentliches Quartal des Onlinehändlers mit einem starken Schlussspurt hin, schrieb der Analyst Simon Irwin in einer Studie.

Eine Kaufempfehlung des Analysehauses Jefferies verhalf den Deutsche Wohnen <DE000A0HN5C6>-Aktien zudem zu einem Plus von 2,28 Prozent. Mit dem möglichen Mietendeckel in Berlin sei das schlimmstmögliche Szenario mittlerweile in den stark gefallenen Aktienkurs eingepreist, begründete Analyst Thomas Rothäusler sein neues Anlagevotum. Entsprechend empfahl er auch die Papiere von Ado Properties <LU1250154413> zum Kauf, die in der Folge mit plus 3,48 Prozent an die SDax <DE0009653386>-Spitze kletterten./kro/jha/

--- Von Karolin Rothbart, dpa-AFX ---