FRANKFURT (dpa-AFX) - Auch am Mittwoch hat sich der deutsche Aktienmarkt recht schwunglos und ohne eindeutigen Trend gezeigt. Vor den am Donnerstag erwarteten Inflationsdaten und der Sitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) halten sich die Anleger erkennbar zurück. Das Risiko vor wichtigen Ereignissen der Woche etwas rausnehmen zu wollen, liege in der Natur der Investoren, sagte Analyst Jochen Stanzl von CMC Markets. Positiv dabei sei aber, dass größere Verkäufe bislang ausblieben.

Der Leitindex Dax notierte gegen Mittag 0,29 Prozent tiefer bei 15 594,61 Punkten. Der MDax hielt sich mit 0,03 Prozent im Plus bei 33 791,57 Punkten. Einen Abschlag von 0,1 Prozent verzeichnete der EuroStoxx 50 .

Tags zuvor war der Dax fast an seinen Rekord vom Montag bei 15 732 Punkten heran gelaufen, dann jedoch wieder unter 15 700 Punkte gerutscht. Marktexperte Andreas Lipkow von Comdirect nannte den Bereich zwischen 15 600 und 15 700 Punkten die Komfortzone für den Dax. Bis zur EZB-Sitzung und den US-Preisdaten würden die Marktteilnehmer die obere und untere Bandbreite dieser Handelsspanne austesten.

Bei steigender Inflation im Zuge einer anziehenden Wirtschaft und höherer Staatsausgaben fürchten die Anleger eine Straffung der Geldpolitik durch die Notenbanken mit einer womöglich zeitigeren Anhebung der Zinsen. Dies kann dem Aktienmarkt schaden, da andere Anlageklassen dann wieder attraktiver werden.

Die USA haben in der Corona-Pandemie ihre Reisewarnung für amerikanische Staatsbürger für Ziele wie Deutschland und Dutzende andere Länder gelockert. Davon profitierten Aktien aus dem Luftfahrt- und Tourismussektor. Im MDax gewannen Lufthansa mehr als zweieinhalb Prozent und Fraport gut fünf Prozent.

Topwert im Dax waren wieder die Anteile des Spezialmaterialen- und Pharmakonzerns Merck KGaA mit plus 1,2 Prozent, Schlusslicht die Deutsche Bank mit minus 1,9 Prozent.

Unter den Nebenwerten gab eine Kaufempfehlung den Grenke-Aktien Auftrieb, sie gewannen gut zwei Prozent. Analyst Gerhard Orgonas von der Berenberg Bank zeigte sich in einer am Mittwoch vorliegenden Studie zufrieden mit der Antwort des Leasingspezialisten auf die Vorwürfe des Leerverkäufers Viceroy vom September. Mit Blick auf die Fundamentaldaten sieht der Experte deutliches Neubewertungspotenzial und hält die Erwartungen für konservativ.

Heidelberger Druck rauschten um fast 13 Prozent nach unten nach endgültigen Jahreszahlen und einem Geschäftsausblick. Ein Händler moniert die Margenprognose des Druckmaschinenherstellers, die schwächer ausfalle als am Markt erwartet.

Leoni setzten als Topwert im SDax ihre Rally fort mit einem Plus von sechseinhalb Prozent. In nur rund vier Wochen haben die Titel des Autozulieferers nun schon um fast zwei Drittel zugelegt./ajx

- Von Achim Jüngling, dpa-AFX -