FRANKFURT (dpa-AFX) - Vor dem Wochenende haben die Anleger am deutschen Aktienmarkt am Freitag wieder vorsichtiger agiert. Nach einer bislang weiteren starken Woche verlor der Dax <DE0008469008> bis zum Mittag 0,57 Prozent auf 12 099,70 Punkte. Nach der Kursrally der Vorwoche hatte er in den vergangenen drei Tagen nach Pfingsten ein weiteres Prozent zugelegt. Seine jüngste Stärke hatte der Aktienmarkt vor allem der Erwartung einer vielleicht nochmals lockereren Geldpolitik der Notenbanken verdankt.

Niemand wolle nach dem Wochenende auf dem falschen Fuß erwischt werden, sagte Andreas Lipkow, Marktexperte der Comdirect Bank. Insbesondere die unsichere Lage im Nahen Osten und die Umsatzwarnung des US-Halbleiterkonzerns Broadcom sorgten für Zurückhaltung. Auch beim Thema Handelsstreit herrscht angespannte Ruhe vor einem Treffen des US-Präsidenten Donald Trump und Chinas Staatspräsidenten Xi auf dem G20-Gipfel Ende des Monats.

Der MDax <DE0008467416>, in dem die Aktien mittelgroßer Unternehmen vertreten sind, sank am Freitag um 0,55 Prozent auf 25 328,48 Punkte. Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 <EU0009658145> ging es um 0,39 Prozent abwärts.

Besonders schwer erwischte es europaweit Technologiewerte, nachdem Broadcom für das laufende Jahr vor schwächeren Erlösen warnte. Ein wesentlicher Grund für den Pessimismus sei der Handelsstreit mit China, der die Nachfrage nach Halbleitern drücke. Infineon-Papiere <DE0006231004> rutschten daraufhin um fast 6 Prozent auf das Niveau von Herbst 2016 zurück. Aixtron <DE000A0WMPJ6> sanken um rund 5 Prozent auf den Stand von Anfang April und Dialog Semiconductor <GB0059822006> schwächelten mit minus 3,5 Prozent.

Eine skeptische Studie der Investmentbank Oddo BHF riss derweil Rheinmetall <DE0007030009> aus der Hoffnung auf einen erfolgreichen Chartausbruch. Analyst Harald Eggeling sieht eine Reihe von Risiken für den Autozulieferer und Rüstungskonzern - unter anderem für letzteren Geschäftsbereich die Veränderung der politischen Landschaft in Deutschland. Die Papiere sackten bis zu 5,7 Prozent ab, nachdem sie tags zuvor noch auf den höchsten Stand seit einem Jahr geklettert waren.

Varta bauten derweil ihre jüngste Rally aus und schafften mit 52,30 Euro einen neuen Rekordstand. Seit Anfang Juni schossen sie insbesondere dank der erfolgreichen Kapitalerhöhung zum Kapazitätsausbau bis zu 22 Prozent nach oben.

Zooplus <DE0005111702> gewannen gar 4 Prozent und knackten damit den Abwärtstrend seit Mai 2018. Für Bewertungsfantasie sorgt der US-Börsengang von Chewy, einem anderen Online-Händler für Tierbedarf./ag/jha/