FRANKFURT (dpa-AFX) - Am deutschen Aktienmarkt winken zum Start in die neue Handelswoche zunächst moderate Gewinne. Dabei können sich die Anleger hierzulande auf gute Vorgaben aus China und dem späten US-Aktienhandel stützen. Der X-Dax <DE0008469008> als Indikator für den deutschen Leitindex signalisierte rund eine Stunde vor dem Start ein Plus von 0,25 Prozent auf 12354,50 Punkte. Für den EuroStoxx 50 <EU0009658145> als Leitindex der Eurozone wurde ein ähnlich hoher Aufschlag erwartet.

In der vergangenen Woche war der deutsche Leitindex allerdings hinter der Rally am US-Markt zurückgeblieben und hatte - nach dem starken Anstieg im Juni - eine Korrektur vollzogen. Die Investoren hierzulande blieben zuletzt zwischen der Aussicht auf eine lockerere Geldpolitik der Notenbanken und ihren Konjunktursorgen gefangen. Ganz anders die Wall Street: Dort schien zuletzt die Rekordjagd nicht zu stoppen. Am Freitag hatte der US-Leitindex Dow Jones Industrial <US2605661048> im späten Handel immer mehr zugelegt und nur knapp unter dem Tageshoch geschlossen.

In China sind derweil Daten aus dem Einzelhandel und zur Industrieproduktion im Juni robust ausgefallen. Die Börsen dort haben ebenfalls zugelegt. "Es sieht ganz so aus, als würde sich das Wachstum auf niedrigerem Niveau stabilisieren", sagte Analyst Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners. "Das macht fürs erste Mut."

In der neuen Börsenwoche dürfte zunehmend die anstehende Bilanzsaison der Unternehmen den Takt an den Märkten bestimmen. Zunächst öffnen in den USA mehrere Großbanken ihre Bücher, was auch die Kurse der hiesigen Geldhäuser beeinflussen könnte. Für Marktbeobachter Altmann wird die Berichtssaison ein "Realitätscheck" für die Börsen.

In der vergangenen Woche hatten erneut mehrere Unternehmen ihre Gewinnerwartungen zurückgeschraubt, darunter der Chemiekonzern Chemiekonzern BASF <DE000BASF111>, der Maschinenbauer Aumann <DE000A2DAM03> und - das zweite Mal binnen kurzer Zeit - der Autobauer Daimler <DE0007100000>. Experten schließen insbesondere in der durch Handelskrieg und Dieselkrise gebeutelten Autoindustrie weitere Senkungen der Unternehmensziele nicht aus.

Abseits der Bilanzen steht auf Unternehmensseite zu Wochenbeginn einmal mehr der Pharma- und Agrarchemiekonzern Bayer <DE000BAY0017> im Blick. An diesem Montag könnte in einem der zahlreichen Rechtsstreitigkeiten im Zusammenhang mit seinem Unkrautvernichter Glyphosat ein US-Gericht über den Schadenersatz für den an Krebs erkrankten Kläger befinden. Am Wochenende hatte der US-Richter den Antrag von Bayer abgelehnt, das Verfahren neu aufzurollen. Letzteres habe wenig überrascht, erklärte ein Händler. Nun komme es vor allem darauf an, inwieweit die Schadenersatzsumme reduziert werde, nachdem eine Jury dem Kläger bereits 80 Milliarden Dollar zugebilligt habe.

Vorbörslich gestärkt präsentierten sich unterdessen die Papiere der Hamburger Biotechunternehmens Evotec <DE0005664809>. Das Unternehmen stärkt durch die Übernahme eines bestimmten Portfolios des Kölner Instituts Ncardia samt Expertenteam seine Zellforschung. Daneben sollten Anleger die Immobilienbranche im Blick haben: Die Experten der HSBC überarbeiteten ihre Kursziele für zahlreiche Sektormitglieder und sprachen dabei eine Kaufempfehlung für Ado Properties aus./tav/mis