FRANKFURT (dpa-AFX) - Das jüngste Rekordhoch im Dax bleibt zu Beginn der neuen Handelswoche im Fokus. Knapp eine Stunde vor dem Handelsstart signalisierte der X-Dax als Indikator für den deutschen Leitindex ein minimales Plus auf 14 761 Punkte. Das Rekordhoch vom 18. März liegt bei rund 14 804 Punkten. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx dürfte am Montag 0,1 Prozent höher starten.

Der Dax dürfte Experten zufolge auch in der verkürzten Handelswoche vor Ostern Steherqualitäten beweisen. Verschiedene Misserfolge in der hierzulande laufenden Corona-Impfkampagne haben die Anleger nicht entmutigt, im Gegenteil: Zuletzt sind immer wieder Schnäppchenjäger auf den Plan getreten, die nach Kursrückschlägen beherzt bei Aktien zugegriffen haben. "Es scheint, als haben alle Angst, den nächsten Rekord zu verpassen", sagte Portfoliomanager Thomas Altmann von QC Partners. Geschielt werde sogar bereits auf 15 000 Punkte. Als positive Nachricht wertet Altmann die Neuigkeiten zum Suezkanal.

Das im Suezkanal auf Grund gelaufene Containerschiff "Ever Given" sei wieder in schwimmenden Zustand gebracht worden und werde gesichert, teilte der maritime Dienstleister Inchcape Shipping mit. Es blieb zunächst aber unklar, wann die wichtige Wasserstraße wieder zur Durchfahrt freigegeben werden kann.

Größter Sorgenfaktor am Markt ist neben der Corona-Lage die Entwicklung der Anleiherenditen. Höhere Zinsen lassen in der Regel Aktien im Vergleich zu festverzinslichen Wertpapieren in einem schlechteren Licht erscheinen. Der Marktstratege Mislav Matejka von der US-Bank JPMorgan bleibt jedoch gelassen. Er geht davon aus, dass der Aktienmarkt weiter gut zurecht kommt mit steigenden Renditen.

Zu Wochenbeginn lohnt sich ein Blick auf die Vorzugsaktien von Volkswagen (VW) . Bei dem Wolfsburger Autobauer gibt es Streit um einen möglichen Börsengang der Sportwagentochter Porsche. Konzernchef Herbert Diess sagte der "Frankfurter Allgemeine Zeitung: "Das Thema Porsche-Börsengang hat für mich derzeit keine hohe Priorität". Selbst wenn nur ein Teil der Aktien des Sportwagenherstellers frei gehandelt werde, verliere VW einen Teil des hohen Mittelzuflusses, den Porsche für den Konzern geniere. "Im Moment spricht viel dafür, das Geld für unseren Strukturwandel zu nutzen", sagte Diess. "Eine Perle wie Porsche will man nicht aus der Hand geben."

Ferner empfahl der Experte Philippe Houchois vom Analysehaus Jefferies die Papiere zum Kauf. Houchois verwies auf die Elektromobilitätsstrategie des Autokonzerns und Bewertungsmultiplikatoren als Treiber, letztere gleichwohl vor allem mit Blick auf einen Börsengang des Sportwagenherstellers Porsche. Auf der Handelsplattform Tradegate notierten die Anteilsscheine von VW 0,3 Prozent über dem Xetra-Schlusskurs am Freitag.

Die Papiere von Qiagen schnellten auf Tradegate um 3,7 Prozent in die Höhe. Das Diagnostik- und Biotechunternehmen erhielt von der US-Arzneimittelbehörde FDA die Notzulassung für ein Corona-Testset./la/jha/