FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Dax <DE0008469008> dürfte zu Beginn der neuen Handelswoche die Marke von 12 000 Punkten für sich behaupten. Ohne Stolpersteine von der Europawahl und relevante Neuigkeiten zum Dauerthema Handelsstreit zeichnet sich am Montag ein freundlicher Auftakt ab. Eine Dreiviertelstunde vor dem Handelsstart signalisierte der X-Dax für den Leitindex ein Plus von 0,33 Prozent auf 12 050 Punkte. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 <EU0009658145> dürfte 0,4 Prozent höher in den Handel starten.

Von den Europawahlen am Wochenende dürften einem Händler zufolge keine größeren Belastungen für die Börsen ausgehen. Zwar hätten die Volksparteien vielerorts an Stimmen eingebüßt, der von einigen erwartete deutlichere Rechtsruck sei aber ausgeblieben. Deutliche Zugewinne verbuchen nach ersten Trends vor allem Liberale und Grüne.

In Frankreich und Italien gehen rechte Parteien zwar voraussichtlich als Sieger hervor. "Trotz dieser Zugewinne am rechten Rand stellen aber nach wie vor überwiegend pro-europäische Kräfte die Mehrheit im EU-Parlament", kommentierte dies die LBBW. Zudem hätten die rechtspopulistischen Parteien in der Vergangenheit selten Einigkeit in ihrem Abstimmungsverhalten gezeigt.

Allgemein droht es ein impulsarmer Handelstag zu werden, da die Tagesagenda kaum etwas hergibt, zumal die für das Geschehen an den Finanzmärkten besonders wichtigen Börsen in London und New York am Montag wegen Feiertagen geschlossen bleiben. Laut Analyst Michael McCarthy vom Broker CMC Markets dürfte das deutsche Aktiengeschäft darum von deutlich geringeren Börsenumsätzen geprägt sein, was allerdings hier und dort zu Kursausschlägen führen könnte.

Vorbörslich blieb es auf Unternehmensseite nachrichtlich sehr ruhig. Im Autosektor dreht das Konsolidierungskarussell weiter seine Runden. Vor einigen Wochen gab es erste Gerüchte dazu, nun teilte Fiat Chrysler <NL0010877643> offiziell mit, dass die Italiener eine Fusion mit Renault <FR0000131906> vorschlagen. Autowerte könnten davon zu Wochenbeginn durchaus branchenweit bewegt werden. Bei einem Zusammenschluss würde einer der größten Autokonzerne der Welt entstehen, der die Marktführer Volkswagen <DE0007664039> und Toyota <JP3633400001> herausfordern könnte. Für die VW <DE0007664039>-Titel ging es vorbörslich aber hoch.

Eine Übernahme bereits vollziehen kann die Indus Holding <DE0006200108>. Die Beteiligungsgesellschaft kauft fast 90 Prozent der Anteile an der Firma Mesutronic, einem Technologieanbieter für Metall- und Fremdkörperdetektion, der 2018 einen Jahresumsatz von mehr als 24 Millionen Euro erzielte. Die Indus-Aktie notierte vorbörslich 0,6 Prozent höher.

Aktien von Siltronic <DE000WAF3001> sind ansonsten einen Blick wert wegen einer Analystenstimme: Das Bankhaus Lampe hat den Papiere in einer ersten Bewertung eine Kaufempfehlung ausgesprochen, vorbörslich geht es hier um 2,3 Prozent hoch. Mit einem Kursziel von 101 Euro sehen die Experten bei dem Waferhersteller ein Kurspotenzial von mehr als der Hälfte./tih/fba