FRANKFURT (dpa-AFX) - Der deutsche Aktienmarkt dürfte am Dienstag zur Eröffnung den Rückwärtsgang einlegen. Für Verunsicherung sorgen weiterhin die zunehmenden Corona-Neuinfektionen in vielen Ländern und die Furcht vor erneuten Lockdowns. Rund eine Dreiviertelstunde vor dem Börsenstart signalisierte der X-Dax als Indikator für den deutschen Leitindex Dax ein Minus von 0,57 Prozent auf 12 782 Punkte. Am Vortag hatte das Börsenbarometer rund 0,4 Prozent verloren. Beim EuroStoxx 50 deutet sich am Dienstagmorgen ein Rückgang um rund 0,7 Prozent an.

"Bis heute Abend entscheidet es sich, ob der US-Kongress noch vor der US-Wahl ein zweites Fiskalpaket verabschieden wird oder nicht. Der Rückgang der US-Aktienkurse lässt mich vermuten, dass mittlerweile die wenigstens noch auf einen Durchbruch hoffen", erklärt die Devisenexpertin Thu Lan Nguyen von der Commerzbank in ihrem Morgenkommentar.

Aus Sicht des Aktienmarktanalysten Michael Hewson vom Broker CMC Markets UK ist die Wahrscheinlichkeit auf einen Deal trotz "warmer Worte" der Repräsentantenhaus-Sprecherin Nancy Pelosi deutlich geringer als noch vor einer Woche.

Unter den Einzelwerten dürften Jenoptik erheblich unter Druck geraten. Der Technologiekonzern reduzierte sein Umsatzziel für 2020. Im dritten Quartal hätten die Erlöse unter dem Vorjahreswert, aber über dem zweiten Jahresviertel gelegen, hieß es. Der Auftragseingang sei auf Vorjahreshöhe gewesen. Auf der Handelsplattform Tradegate sackten die Aktien um gut 10 Prozent ab.

Der Autobauer BMW verzeichnete im abgelaufenen Quartal wie auch der Rivale Daimler eine überraschend gute Entwicklung der finanziellen Mittel. Zwischen Juli und Ende September habe der Konzern im Kerngeschäft mit dem Autobau einen Zufluss von 3,07 Milliarden Euro verzeichnet, teilte BMW überraschend am Montagabend mit. Damit übertreffe der Konzern nach vorläufigen Daten die aktuelle Markterwartung, hieß es. BMW-Papiere fielen auf Tradegate um 1,0 Prozent.

Der Pharma- und Laborausrüster Sartorius profitiert in der Corona-Pandemie weiter von guten Geschäften. Nach einem starken Wachstum in den ersten neun Monaten werden die Niedersachsen in puncto Umsatz und Profitabilität nun auch optimistischer für das Gesamtjahr. Auf Tradegate verteuerten sich die Aktien um 1,9 Prozent.

Der rasante Kursanstieg des Corona-Gewinners Teamviewer hat seinen Großaktionär offenbar zum Kasssemachen inspiriert. Das vom Finanzinvestor Permira beratene Anlagevehikel TigerLuxOne gab den Verkauf von mehr als elf Prozent des Aktienkapitals des Anbieters von Fernwartungs- und Videosoftware bekannt. Die 22 Millionen Anteilscheine seien für 42,25 Euro je Stück veräußert worden. Der Schlusskurs im Xetra-Hauptgeschäft hatte bei 46,09 Euro gelegen. Die Aktien von Teamviewer sanken auf Tradegate um 6,7 Prozent auf 43 Euro. Allerdings ist der Kurs seit Jahresanfang auch um fast 50 Prozent gestiegen./edh/stk