FRANKFURT (dpa-AFX) - Eine deutliche Kurserholung an der Wall Street am Vorabend dürfte dem deutschen Aktienmarkt etwas Schwung nach oben geben. Am Vorabend war der Dow-Jones-Index <US2605661048> wieder über die runde Marke von 26 000 Punkten gestiegen und hatte 1,2 Prozent fester geschlossen.

Der X-Dax <DE0008469008> als Indikator für den deutschen Leitindex signalisierte zur Wochenmitte rund eine Stunde vor Handelsstart ein Plus von 0,36 Prozent auf 11 610 Punkte, nachdem er am Vortag um rund 0,8 Prozent abgerutscht war. Der EuroStoxx 50 <EU0009658145> als Leitindex der Eurozone wird am Mittwoch rund 0,2 Prozent höher erwartet. Eine durchgreifende Erholung ist jedoch erst einmal nicht in Sicht. Die jüngste Eskalationsspirale im Handelskrieg zwischen den USA und China hatte den Dax in den vergangenen Tagen deutlich nach unten gezogen.

"Die Märkte sind zurecht verunsichert", kommentierte der Vermögensverwalter DWS. Denn mit den von den USA angekündigten weiteren Strafzöllen auf Importe aus China steige das Risiko, dass Peking das Interesse an einer raschen Lösung des Konfliktes verliert. Stattdessen könnte China einen Machtwechsel in den USA abwarten und notfalls die USA sogar gezielt provozieren, um eine Wiederwahl Trumps zu verhindern.

Aus Unternehmenssicht dürften erneut Quartalszahlen für Kursbewegung sorgen. Aus dem Dax öffneten unter anderem der Rückversicherer Munich Re, der Energiekonzern Eon und der Bezahldienstleister Wirecard ihre Bücher. Auch die Commerzbank veröffentlicht ihren Quartalsbericht.

Der Zahlungsdienstleister Wirecard <DE0007472060> kann weiter auf den Boom beim Onlineshopping zählen und erhöhte nach guten Quartalszahlen zum zweiten Mal in diesem Jahr sein Ergebnisziel für 2019. Auch für den Umsatz im kommenden Jahr zeigte sich das Unternehmen optimistischer als bisher. Die Aktien stiegen im vorbörslichen Geschäft auf der Handelsplattform Tradegate im Vergleich zum Xetra-Schlusskurs vom Vortag um 1,1 Prozent.

Belastet vom Zinstief und faulen Krediten hat die Commerzbank <DE000CBK1001> im zweiten Quartal nur dank geringerer Steuern einen Gewinneinbruch verhindern können. Dennoch fiel der Überschuss deutlich höher als von Analysten im Schnitt erwartet aus. Der operative Gewinn brach hingegen stärker als gedacht ein. Die Titel des Geldhauses gewannen auf Tradegate 1,9 Prozent.

Hohe Investitionen in das Entertainment-Geschäft und sinkende TV-Werbeeinnahmen haben dem Medienkonzern ProSiebenSat.1 <DE000PSM7770> im zweiten Quartal einen deutlichen Gewinnrückgang eingebrockt. Der Umsatz stieg unerwartet stark um 4 Prozent. Die Anteilsscheine legten auf Tradegate um 2,4 Prozent zu.

Beim Chemikalienhändler Brenntag <DE000A1DAHH0> hinterlässt die konjunkturelle Abschwächung in Folge der Handelskonflikte deutliche Spuren. Der Umsatz legte im zweiten Quartal nur dank positiver Währungseffekte um 1,2 Prozent zu. Der auf die Aktionäre entfallende Gewinn lag etwas über Vorjahr. Im Juni hatte Brenntag sein Gewinnziel für das Gesamtjahr 2019 gekappt. Auf Tradegate verteuerten sich die Papiere um 1,5 Prozent.

Der Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport <DE0005773303> profitiert weiter von der anhaltenden Reiselust. Im zweiten Quartal stieg der Umsatz um gut 15 Prozent, der Gewinn zog um 13 Prozent an. Das Ergebnis fiel damit in etwa wie von Experten erwartet aus. Der Konzern bestätigte zudem seine Jahresziele. Die Aktien kletterten auf Tradegate um 0,5 Prozent nach oben./edh/mis