FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Dax dürfte am Donnerstag zunächst weiter um die Marke von 14 000 Punkten pendeln. Knapp eine Stunde vor der Xetra-Eröffnung am Feiertag Christi Himmelfahrt notierte der X-Dax als Indikator für den deutschen Leitindex mit minus 0,09 Prozent auf 13 996 Punkten. Der EuroStoxx 50 dürfte ebenfalls etwas schwächer starten.

Am New Yorker Aktienmarkt waren die Anleger zur Wochenmitte nach zwei turbulenten Handelstagen wieder etwas zuversichtlicher. Das Protokoll der US-Notenbank zur jüngsten Sitzung des geldpolitischen Ausschusses enthielt keine größeren Überraschungen hinsichtlich einer möglicherweise noch stärkeren Straffung der Geldpolitik zwecks Bekämpfung der hohen Inflation.

Im Gegenteil: Börsianer sahen eher Hinweise dafür, dass die Notenbank nach einer ersten Phase größerer Zinserhöhungen zum Jahresende hin einen etwas moderateren Kurs einschlagen könnte. Das Protokoll habe die Nerven einiger Anlege erst einmal beruhigt, kommentierte Analyst Jeffrey Halley vom Broker Oanda.

Der Dax schwankte jüngst um die Marke von 14 000 Punkten, ohne eine eindeutige Richtung einzuschlagen. So sah es zum Wochenstart am Tageshoch von 14 217 Punkten noch danach aus, als könne er den seit Januar bestehenden Abwärtstrend überwinden. Allerdings fehlte die Kraft, denn Konjunktur- und Inflationssorgen sind nach wie vor die übergeordneten Themen, die die Kursentwicklung bremsen.

"Es wirkt im Moment, als würde der Kampf zwischen Bullen und Bären an der 14 000er-Marke entschieden", sagte der Portfolio-Manager Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners.

Im US-Technologiesektor gab es am Vorabend mit dem Chip-Spezialisten Nvidia die nächste Enttäuschung. Die Auswirkungen des russischen Angriffskrieges in der Ukraine und der Corona-Lockdowns in China bremsen die Geschäfte und werden im laufenden Quartal den Umsatz voraussichtlich um 500 Millionen Dollar drücken, wie Nvidia mitteilte. Die Umsatzprognose lag unter den Erwartungen der Analysten.

Die Nvidia-Aktien standen im nachbörslichen US-Handel deutlich unter Druck. Deshalb dürften die Anleger am Donnerstag auch die Kurse der europäischen Chipkonzerne im Augen behalten. Infineon etwa gaben im vorbörslichen Handel auf Tradegate moderat nach verglichen mit dem Xetra-Schluss.

Vorbörslich leicht höher auf Tradegate standen die Papiere von Bayer . Die US-Bank Citigroup hob das Kursziel von 102 auf 106 Euro an. Analyst Peter Verdult gab sich sehr optimistisch mit Blick auf den Medikamentenkandidaten Asundexian. Er traut dem Blutgerinnungshemmer einen Jahresspitzenumsatz von mehr als sechs Milliarden US-Dollar zu. Bayer hatte zuletzt positive Studiendaten für das Mittel vorgelegt, das ein potenzieller Nachfolger für den Kassenschlager Xarelto ist./ajx/jha/