FRANKFURT (dpa-AFX) - Auf dem Höhepunkt der Quartalsberichtssaison der Unternehmen wird der Dax an diesem Donnerstag zur Eröffnung nur wenig verändert erwartet. Der X-Dax als Indikator für den deutschen Leitindex signalisierte eine Stunde vor Xetra-Beginn ein Mini-Minus von 0,03 Prozent auf 15 687 Punkte. Am Mittwoch hatte der Dax die Marke von 15 700 Punkten erneut nicht nachhaltig überwinden können, der Weg zurück zum bisherigen Rekord von 15 810 Punkten bleibt damit steinig. Der EuroStoxx 50 wird am Donnerstag 0,1 Prozent tiefer erwartet.

Von den internationalen Börsen kommen eher gemischte Vorgaben, aus der die Anleger hierzulande wenig ableiten können. Verluste an der Wall Street standen mit der erneuten Diskussion über bald steigenden Zinsen in Zusammenhang. In Fernost verzeichneten die Börsen aber überwiegend solide Entwicklungen. Ansonsten hieß es am Markt, warteten die Anleger bereits jetzt gespannt auf den offiziellen US-Arbeitsmarktbericht, der zu Wochenschluss erwartet wird. Enttäuschende Jobdaten des Arbeitsmarktdienstleisters ADP vom Vortag werfen eher einen Schatten darauf.

Zahlreiche Geschäftszahlen wie etwa von Siemens , Adidas , Merck KGaA und Bayer sowie die finalen Resultate der Deutschen Post dürften zur Richtungsfindung des Dax beitragen.

Der Technologiekonzern Siemens erhöhte nach einem starken Gewinnsprung im dritten Geschäftsquartal erneut die Ziele für das Geschäftsjahr 2020/21 (per Ende September). Es ist bereits die dritte Anhebung in diesem Jahr. Die Umsätze nahmen im abgelaufenen Jahresviertel um rund ein Viertel zu. Das Ergebnis nach Steuern wurde mit 1,5 Milliarden Euro fast verdreifacht. Der Auftragseingang kletterte um 47 Prozent. Im vorbörslichen Geschäft stiegen die Siemens-Aktien auf der Handelsplattform Tradegate um 0,8 Prozent.

Der Sportartikelhersteller Adidas erhöhte nach guten Zahlen seine Jahresziele. Im zweiten Quartal erzielte Adidas im Vergleich zum pandemiebedingt schwachen Vorjahr ein Umsatzplus von mehr als 50 Prozent. Alle Regionen konnten dabei zulegen - mit Ausnahme von China. Der Gewinn aus dem fortgeführten Geschäft betrug 387 Millionen Euro, nach einem Verlust von 243 Millionen Euro im Vorjahr. Analysten hatten mit weniger gerechnet. Dennoch scheint es die Anleger nicht zufrieden zu stellen, denn die Papiere fielen auf Tradegate um fast vier Prozent.

Der Darmstädter Merck-Konzern hat erneut ein starkes Quartal hinter sich. Insbesondere die Laborsparte brummt in der Pandemie, da sie viele Impfstoffforscher beliefert. Im zweiten Jahresviertel hatte der Dax-Konzern auch in seiner Pharmasparte einen sehr guten Lauf und der Halbleiterbereich zog klar an. Das Management um die neeue Konzernchefin Belen Garijo erhöhte daher abermals die Jahresziele. Auf Tradegate gewannen die Merck-Titel 0,7 Prozent.

Der beständig wachsende Online-Handel hält die Deutsche Post weiter auf Wachstumskurs. Umsatz und Konzernergebnis lagen im zweiten Quartal über den Erwartungen der Analysten. Die vorläufigen Zahlen konnte der Konzern leicht übertreffen. Außerdem bestätigten die Bonner ihre Jahresziele. Auf Tradegate legten die Papiere um 0,3 Prozent zu.

Mit dem Zukauf des auf die Analyse krankmachender Proteine spezialisierten US-Unternehmens Vividion will Bayer seine Pharmaforschung vorantreiben. Bis zu zwei Milliarden US-Dollar wird sich der Pharma- und Agrarchemiekonzern die Übernahme laut einer Mitteilung vom Donnerstag kosten lassen. Auf Tradegate lagen die Aktien knapp 1 Prozent im Minus./edh/eas