FRANKFURT (dpa-AFX) - Mit einem voraussichtlich starken Wochenstart versucht der Dax am Montag seinen Abwärtstrend zu knacken. Der X-Dax als vorbörslicher Indikator für den deutschen Leitindex signalisierte knapp eine Stunde vor dem Xetra-Start ein Plus von 1,3 Prozent auf 14 163 Punkte. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 wird 1,8 Prozent höher erwartet.

Den seit Anfang Januar vorherrschenden Abwärtstrend sowie die 50-Tage-Linie hatte der Dax in der Vorwoche bereits kurzzeitig überschritten. Am Wochenhoch von 14 226 Punkten hatten sich die Käufer jedoch wieder zurückgezogen.

Die Marktexperten der Commerzbank sprechen nun von etwas Stabilisierung, nachdem an der Wall Street am Freitag der Dow Jones Industrial und der S&P 500 nach anfänglichem Rutsch ihre Verluste bis zum Schluss noch aufholen konnten. Zwischenzeitlich war dabei der S&P 500 in einen Bärenmarkt geschlittert, mit einem Minus von gut 20 Prozent seit seinem Rekordhoch Anfang des Jahres. Die Indizes der Technologiebörse Nasdaq schlossen zwar leicht im Minus, konnten ihren Rutsch auf ein weiteres Tief seit November 2020 aber zumindest abfangen. Rezessionsängste, Inflation und steigende Zinsen prägen weiter das Bild.

Mit dem Ifo-Geschäftsklima steht am Vormittag der wohl wichtigste Frühindikator Deutschlands auf der Agenda. Der Krieg in der Ukraine und die harte Corona-Politik in China dürften weiter auf der Erholung lasten.

Am Markt rückt zu Wochenbeginn der Energietechnikkonzern Siemens Energy in den Fokus, der seine spanische Windkrafttochter Siemens Gamesa komplett übernehmen will. Mit einem Angebot von 18,05 Euro pro Aktie sollen die ausstehenden 32,9 Prozent erworben werden. Ist das Angebot erfolgreich, will Energy Gamesa von der Börse nehmen und in den Konzern integrieren.

Marktteilnehmer sehen den bereits erwarteten Schritt von Siemens Energy positiv. Der Kapitaleinsatz stehe nicht im Vordergrund, sondern dass man die Probleme der Tochter endlich unter Kontrolle bekomme, sagte ein Börsianer. Nach einigen Gewinnwarnungen waren Siemens-Gamesa-Papiere jüngst auf das tiefste Niveau seit Mai 2020 abgetaucht. Im Sog der Schwäche der Tochter waren auch die Aktien von Siemens Energy in den letzten Monaten stark gefallen. Vorbörslich auf Tradegate stiegen Siemens Energy nun um zwei Prozent zum Xetra-Schluss. Siemens Gamesa sprangen um rund sechs Prozent hoch.

Zudem gibt es ein Übernahmeangebot für den auf Einkaufszentren spezialisierten Immobilienkonzern Deutsche Wohnen .

/ajx/mis