FRANKFURT (dpa-AFX) - Nach dem jüngsten Rückschlag zeichnet sich am deutschen Aktienmarkt am Mittwoch eine Stabilisierung ab. Der Dax dürfte sich wieder über die 16 000-Punkte-Marke orientieren, nachdem er am Vortag bis auf 15 866 Punkte gefallen war. Der X-Dax signalisierte rund eine Dreiviertelstunde vor dem Handelsstart ein Plus von 0,55 Prozent auf 16 025 Punkte. Der jüngste Rekord von 16 290 Punkten bleibt damit in Sichtweite.

Angefangen mit dem Ifo-Geschäftsklima ist die Tagesagenda prall gefüllt. Am Nachmittag ballen sich am Tag vor "Thanksgiving" viele US-Daten und am Abend folgt das Sitzungsprotokoll der jüngsten US-Notenbanksitzung. Dieses steht nach Einschätzung der Credit Suisse im Fokus, hatten die Notenbanker doch den Ausstieg aus ihren zur Konjunkturbelebung aufgelegten Wertpapierkäufen eingeläutet. Das Protokoll dürfte gestiegene Unsicherheit bezüglich der Inflationsentwicklung zeigen, hieß es.

Beim Ifo rechnet die Helaba damit, dass im November in etwa das Niveau des Vormonats gehalten wird. Im Vergleich zur Konsensschätzung sehen sie sich damit etwas positiver positioniert für das vielbeachtete Stimmungsbarometer. "Die konjunkturellen Sorgenfalten sind gestern nicht größer geworden", sagten sie mit Blick auf die Einkaufsmanagerindizes vom Montag, die positiv überraschten.

Auf Unternehmensseite fällt am Mittwoch vor allem Drägerwerk auf - für die Aktionäre zum Leidwesen. Die Papiere sackten vorbörslich um 12 Prozent in den Keller. Der Medizin- und Sicherheitstechnik-Anbieter blickt nach dem Sonderboom in der Corona-Pandemie etwas klarer auf den erwarteten Geschäftsrückgang im nächsten Jahr. An der Börse war offenbar mit einem weniger deutlichen Rückgang gerechnet worden.

Aroundtown stand im Blick mit Neunmonatszahlen. Die Folgen der Corona-Pandemie belasten den Gewerbeimmobilien-Spezialisten weiter. Allerdings ging der operative Gewinn in den ersten neun Monaten nicht mehr so stark zurück wie noch im ersten Halbjahr. Anleger quittierten dies mit einem vorbörslichen Abschlag von 0,6 Prozent.

Die Aktien des Motorenbauers Deutz zogen vorbörslich um 1,4 Prozent an. So übt ein aktivistischer Großaktionär verstärkten Druck aus. Der niederländische Finanzinvestor Ardan Livvey will dem Vorstand auf einer außerordentlichen Hauptversammlung das Vertrauen entziehen lassen.

Nicht sonderlich kursbewegend wirkten sich am Morgen zwei gestrichene Kaufempfehlungen von Analysten aus: Eine Abstufung der UBS infolge der Kursrally seit einem Übernahmeangebot drückte Alstria Office vorbörslich nur knapp ins Minus. Auch SMA Solar kamen nach einer Studie von Berenberg und deutlichen Verlusten am Vortag nur leicht unter Druck. Analyst Lasse Stüben rechnet bei dem Solartechnikhersteller auch 2022 noch mit Gegenwind.

Auffällig sind darüber hinaus die Aktien des Dax-Konzerns Vonovia , die im Zuge einer Kapitalerhöhung für die Übernahme des Wettbewerbers Deutsche Wohnen ex Bezugsrecht gehandelt werden./tih/mis