FRANKFURT (dpa-AFX) - Nach der Rally vom vergangenen Freitag zeichnen sich am deutschen Aktienmarkt am Montag leichte Auftaktverluste ab. Der X-Dax als Indikator signalisiert für den Dax rund eine Dreiviertelstunde vor dem Start ein Minus von 0,13 Prozent auf 15 667 Punkte. Er würde damit zunächst keinen weiteren Schritt in Richtung des Mitte Juni erreichten Rekordhochs von 15 802 Punkten unternehmen, es aber in Reichweite behalten. Auch der EuroStoxx 50 wird zu Wochenbeginn knapp im Minus erwartet.

Nach dem schwachen Donnerstag mit einem Rutsch auf ein Zweiwochentief hatte der Dax am Freitag mit einem starken Lauf doch noch eine positive Wochenbilanz geschafft. Der Dax pendelt schon seit Wochen zwischen rund 15 300 Punkten und seinem Rekordniveau. Er schwankt dabei um die von charttechnisch orientierten Anleger viel beachtete 21-Tage-Linie, die seitwärts verläuft.

"Das Warten auf neue Impulse geht weiter", sagte Marktbeobachter Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners. Er hält es für möglich, dass diese im Laufe der Woche von der in den USA beginnenden Berichtssaison oder spätestens in der nächsten Woche von der nächsten Zinssitzung der EZB kommen könnten. Was die Agenda betrifft, verläuft der Wochenstart am Montag noch eher ruhig.

Die Vorgaben geben dem Dax auch keine richtige Orientierung: Die Börse in Tokio vollzog am Morgen die Freitagsrally der Wall Street nach. An der Wall Street gelang dem marktbreiten S&P 500 zwar ein weiterer Rekord und auch der Dow kam seinem Höchststand vom Mai wieder sehr nahe. Der größte Teil der dort erzielten Gewinne wurde am Freitag aber bereits zur europäischen Handelszeit eingesammelt.

Auf Unternehmensseite gab es am Morgen interessante Nachrichten von Bayer , vorbörslich steigen die Aktien des Chemie- und Pharmakonzerns auf der Plattform Tradegate um 0,9 Prozent. Das Medikament Finerenon hat von der Gesundheitsbehörde FDA eine Zulassung für die USA zur Behandlung von Patienten mit chronischer Nierenerkrankung und Typ-2-Diabetes erhalten.

Auch CTS Eventim und Borussia Dortmund könnten einen Blick wert sein: Der schwer von der Corona-Krise betroffene Ticketvermarkter und Konzertveranstalter CTS hatte am Freitagabend mitgeteilt, für November und Dezember staatliche Hilfen zu erhalten, die das Ergebnis des laufenden Geschäftsjahres sowie die Liquidität der Gesellschaft stärken. Die Aktien wurden vorbörslich 0,3 Prozent höher taxiert.

Bei Borussia Dortmund sorgt Torjäger Erling Haaland für Gesprächsstoff. Laut einem Medienbericht soll der FC Chelsea dazu bereit sein, 175 Millionen Euro Ablöse für ihn auf den Tisch zu legen. Ein vorbörsliches Plus von 0,4 Prozent zeigt aber, dass die Anleger verhalten auf diese Millionensumme reagieren. Der Fußball-Bundesligist könnte damit nach Jadon Sancho den nächsten Star verlieren./tih/mis