FRANKFURT (dpa-AFX) - Nach der deutlichen Erholung in der Vorwoche dürfte es am deutschen Aktienmarkt am Montagmorgen zunächst einmal abwärts gehen. Knapp eine Stunde vor dem Börsenstart signalisierte der X-Dax als Indikator für den deutschen Leitindex ein Minus von 0,42 Prozent auf 14 353 Punkte. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 wird mit einem Abschlag von rund 0,5 Prozent erwartet.

Zuletzt hatte sich der Dax von dem im Zuge des Ukraine-Krieges erreichten Zwischentief bei 12 438 Punkten wieder um bis zu 17 Prozent auf 14 553 Punkte erholt. Damit hatte er mehr als die Hälfte seines Rückschlags vom Rekordhoch bei 16 290 Punkten aufgeholt, bevor er zuletzt wieder etwas Federn ließ.

Die ukrainische Führung lehnte am Montagmorgen ein Ultimatum der russischen Truppen an die seit Wochen belagerte Stadt Mariupol ab, die Waffen niederzulegen und die Stadt zu verlassen. Laut dem Marktanalysten Jeffrey Halley vom Broker Oanda preisen die US-Märkte derweil ein Friedensabkommen zwischen der Ukraine und Russland weiter als fast sicher ein.

Unter den Einzelwerten könnten die Aktien von SAP einen Blick wert sein. Europas größter Softwarehersteller muss sich einen neuen Finanzvorstand suchen. Luka Mucic wird das Unternehmen Ende März 2023 verlassen. Der Mucic-Abgang dürfte als eher negatives Signal gewertet werden, aber die Tatsache, dass er noch ein Jahr bleiben wird, sollte die Reaktion der Börse abmildern, kommentierte ein Händler am Morgen. Im vorbörslichen Geschäft auf der Handelsplattform Tradegate fielen die SAP-Papiere zuletzt um 1,4 Prozent.

Die VW-Großaktionärin Porsche SE will ihren Anteilseignern für das vergangene Jahr mehr Dividende auszahlen. Je Vorzugsaktie sollen nach 2,21 Euro für 2020 für das vergangene Geschäftsjahr 2,56 Euro ausgeschüttet werden. Inhaber von Stammaktien sollen für jeden gehaltenen Schein 2,554 Euro erhalten - das entspricht einer Steigerung um 35 Cent. Laut einem Börsianer wurde am Markt aber mehr erwartet. Die Porsche-Aktien stiegen auf Tradegate um 0,1 Prozent.

Der Stahlhersteller Salzgitter will nach einer coronabedingt zweijährigen Nullrunde bei der Dividende die Aktionäre wieder direkt am Gewinn beteiligen. Für das Geschäftsjahr 2021 soll eine Dividende von 75 Cent je Aktie gezahlt werden. Die Ausschüttung ist die höchste seit 2008 und fällt zudem deutlich höher aus, als Experten es erwartet hatten. Auf Tradegate gewannen die Anteilsscheine zuletzt 1,1 Prozent.

Der österreichische IT-Dienstleister S&T blickt trotz eines absehbaren Umsatzausfalls in Russland wegen des Ukraine-Krieges etwas optimistischer auf das laufende Jahr. Die russischen Konzerntöchter machen laut Unternehmensangaben etwa fünf Prozent der Umsätze und Vermögenswerte. Allerdings will S&T den erwarteten Umsatzrückgang in dem Land durch zusätzliche Aufträge rund um Cybersicherheit und Rüstung teilweise ausgleichen. Die S&T-Papiere legten auf Tradegate um 1,9 Prozent zu./edh/mis