FRANKFURT (dpa-AFX) - Nach dem Rückschlag der vergangenen beiden Tage wird der Dax am Freitag zunächst stabil erwartet. Der X-Dax als Indikator für den deutschen Leitindex signalisierte gut eine Stunde vor dem Handelsbeginn einen nur geringen Aufschlag von 0,08 Prozent auf 11 559 Punkte. Auf Wochensicht würde dies ein Minus von etwas mehr als 1 Prozent bedeuten. Der EuroStoxx 50 wird mit 0,09 Prozent im Plus erwartet.

Dass der Brexit verschoben und damit vorerst auch ein chaotischer EU-Austritt Großbritanniens abgewendet wurde, lässt die Anleger weitgehend kalt. An der komplizierten Situation an sich habe sich nichts geändert, sagte ein Händler. So sieht der Kompromiss einen Aufschub des Brexit bis mindestens zum 12. April vor. Sollte das britische Unterhaus dem bereits ausgehandelten Brexit-Abkommen nächste Woche zustimmen, soll der Austritt am 22. Mai geregelt über die Bühne gehen. Gelingt das nicht, kann Großbritannien bis zum 12. April neue Vorschläge machen. "Der Brexit-Kaugummi zieht sich ins schier Unermessliche", kommentierten die Analysten des Bankhauses Donner & Reuschel.

Der Dax könnte derweil vor einer Richtungsentscheidung stehen. Nachdem der Index infolge des starken Laufs seit Jahresbeginn nun etwas nachgab, stellt sich laut dem Experten Andreas Büchler von Index-Radar die Frage, ob eine frühzeitige Stabilisierung komme oder sich der längerfristige Abwärtstrend durchsetzt.

Unternehmensseitig ist die Nachrichtenlage zum Wochenausklang bislang ruhig. Im Blick stehen die Sportartikelhersteller Adidas und Puma nach den am Vorabend vorgelegten Zahlen des US-Konkurrenten Nike .

Nike hat angetrieben von starken Online-Verkäufen ein weiteres Quartal mit glänzenden Ergebnissen hinter sich. Allerdings hätten die Umsätze in Nordamerika enttäuscht, bemängelte ein Händler. Er verwies darauf, dass Nike im aktuellen Quartal von einem Umsatzwachstum im niedrigen einstelligen Prozentbereich ausgehe, während Analysten mit 6 Prozent rechneten. Dies könnte zunächst belasten. Aber: Oft werde die Schwäche des einen als die Stärke des anderen interpretiert. Vorbörslich auf Tradgate gaben Adidas um 0,8 Prozent nach.

Eine Hochstufung auf "Overweight" durch die US-Bank JPMorgan trieb die Papiere von TLG Immobilien im vorbörslichen Handel auf Tradegate an. Zudem veröffentlichen aus den hinteren Reihen der Dax-Familie einige Unternehmen ihre detaillierten Jahreszahlen. Unter ihnen standen vorbörslich auf Tradegate die Anteile der Container-Reederei Hapag-Lloyd deutlich höher.

Die Konjunkturagenda bietet am Freitag die Einkaufsmanager-Indizes für das Verarbeitende Gewerbe und den Dienstleistungssektor in der Eurozone./ajx/jha/