FRANKFURT (dpa-AFX) - Nach zwei starken Tagen lassen es die Anleger am Mittwoch im Dax wohl zunächst ruhiger angehen. Eine Stunde vor dem Xetra-Start signalisierte der X-Dax als Indikator für den deutschen Leitindex ein Minus von 0,2 Prozent auf 15 783 Punkte. Auch der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 wird mit diesem Abschlag erwartet. Marktanalyst Michael Hewson von CMC Markets UK rechnet nach dem starken Wochenbeginn nun mit einer Verschnaufpause.

Mit einem Plus von mehr als vier Prozent hatte der Dax zuletzt über 62 Prozent des jüngsten coronabedingten Kursrutsches vom Rekordhoch wieder aufgeholt. Er landete damit auf einem bei Charttechnikern stark beobachteten Reaktionsniveau. Auch die Kurslücke, die das Auftauchen der Omikron-Variante am 26. November im Chart aufgerissen hatte, konnte er fast wieder schließen.

"Die große Frage ist, ob es sich bei der gestern vollzogenen Aufwärtsbewegung lediglich um eine Momentaufnahme handelte", gaben die Aktienexperten der Helaba zu Bedenken. Belastungsfaktoren gebe es genug. So häuften sich jüngst wieder die negativen Meldungen vom chinesischen Immobilienmarkt. Es dränge sich der Eindruck auf, als würden dort immer mehr Immobilienunternehmen in Schieflage geraten, sodass ein Flächenbrand nicht ausgeschlossen werden könne.

Infineon sanken vorbörslich auf Tradegate um 2,3 Prozent zum Xetra-Schluss. Am Vortag hatten sie mehr als sechs Prozent höher geschlossen. Mit JPMorgan und Morgan Stanley stuften nun gleich zwei Banken die Papiere ab auf "Neutral" beziehungsweise "Equal-weight". Langfristig bleibt Analyst Sandeep Deshpande von JPMorgan zwar optimistisch für den Chipkonzern aufgrund seiner guten Positionierung in Elektrifizierung und Automatisierung. Kurzfristig deuteten Branchendaten aber auf eine Normalisierung des Marktes hin, und die Lagerbestände bei den Autozulieferern seien auf Rekordniveau, schrieb er.

Umstufungen betreffen zudem erneut Chemiewerte. So strich die UBS ihre Kaufempfehlung für BASF und votiert nun mit "Neutral". Dafür stufte sie die Papiere von Evonik gleich doppelt hoch von "Sell" auf "Buy". BASF gaben auf Tradegate um 0,4 Prozent zum Xetra-Schluss nach, Evonik gewannen ein Prozent.

Der Kochboxenlieferant Hellofresh dämpfte die Erwartungen an das operative Ergebnis im kommenden Jahr. Die Enttäuschung darüber dürfte größer sein als die Freude über die gleichzeitig erhöhte Umsatzprognose, sagte ein Händler. Nach ihrem Vortagesgewinn von mehr als fünf Prozent rutschten die Titel auf Tradegate am Morgen um fast acht Prozent ab verglichen mit ihrem Xetra-Schlusskurs.

Angetrieben von einer robusten Nachfrage wird der Baumarktkonzern Hornbach Holding für das laufende Geschäftsjahr 2021/22 erneut etwas optimistischer. Im vorbörslichen Handel auf Tradegate gewannen die Aktien zweieinhalb Prozent zum Xetra-Schluss./ajx/stk