FRANKFURT (dpa-AFX) - Nach dem bislang starken Wochenverlauf dürfte der deutsche Aktienmarkt vor der EZB-Sitzung an diesem Donnerstag zunächst einmal eine Atempause einlegen. Der X-Dax <DE0008469008> als Indikator für den deutschen Leitindex signalisierte rund eine Dreiviertelstunde vor Börsenbeginn ein Minus von 0,17 Prozent auf 11 960 Punkte. In den vergangenen drei Tagen verbuchte der Leitindex einen Gewinn von nahezu 4 Prozent. Für den EuroStoxx 50 <EU0009658145> deutete sich am Donnerstag zuletzt ein Rückgang von 0,15 Prozent an.

Neben dem Thema Handelsstreit dürfte vor allem die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank im Anlegerfokus stehen. Ökonomen gehen einhellig davon aus, dass die EZB trotz des schwierigeren Wirtschaftsumfelds die Leitzinsen nicht antasten wird. Auch das Versprechen, den Leitzins mindestens bis zum Jahresende nicht anzuheben, dürften die Währungshüter erneuern. Erwartet wird jedoch, dass Notenbankchef Mario Draghi Einzelheiten zu den geplanten Langfristkrediten (TLTROs) an die Banken verkünden wird.

Aus Branchensicht sollte nach der Absage der Fusion zwischen Fiat Chrysler <NL0010877643> (FCA) und Renault <FR0000131906> der Autosektor im Mittelpunkt des Interesses stehen. Vergangene Nacht hatte FCA sein Angebot "mit sofortiger Wirkung" überraschend zurückgezogen, nachdem zuvor Renault auf Wunsch des französischen Staates gezögert hatte, das Gesprächsangebot überhaupt anzunehmen. Fiat-Aktien sackten vorbörslich um 6 Prozent ab, Renault-Anteilsscheine verloren 8 Prozent.

Unter den Einzelwerten könnten die Aktien von Rib Software <DE000A0Z2XN6> für Aufsehen sorgen. Der Bausoftwarehersteller hat 60 Prozent des US-Unternehmens BSD (Building Systems Design) übernommen. BSD bietet Cloud-Software sowie Daten- und Analyselösungen für Bauprodukthersteller. Dies sei die größte Investition in über 50 Jahren Unternehmensgeschichte, betonte das Unternehmen. Rib-Papiere stiegen im vorbörslichen Geschäft auf der Handelsplattform Tradegate im Vergleich zum Xetra-Schluss um 1 Prozent

Die Befesa-Papiere verloren auf Tradegate <LU1704650164> 1,6 Prozent auf 34,45 Euro. Zuvor war bekanntgeworden, dass der Finanzinvestor Triton 6,35 Millionen Befesa-Aktien zum Preis von je 34 Euro platziert hatte.

Das Analysehaus RBC hat die Beiersdorf-Aktien <DE0005200000> von "Outperform" auf "Sector Perform" abgestuft, das Kursziel aber von 100 auf 105 Euro angehoben. Die Aussichten für Beiersdorf seien alles in allem gut, schrieb Analyst James Edwardes Jones. Auf Tradegate zeigten sich Beiersdorf zuletzt 1,8 Prozent tiefer.

Der aktivistische Investor Paul Singer hat über seinen Fonds Elliott seine Beteiligung am Onlineportalbetreiber Scout24 <DE000A12DM80> erhöht. Scout-Titel stiegen auf Tradegate um 1 Prozent./edh/jha/