FRANKFURT (dpa-AFX) - Nach Gewinnen in der vergangen Vorwoche dürfte es für den Dax am Montag wieder abwärts gehen: Der X-Dax signalisierte für den deutschen Leitindex eine Dreiviertelstunde vor Handelsbeginn ein Minus von 1,3 Prozent auf 12 165 Zähler. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 wird mit einem Abschlag von ebenfalls 1,3 Prozent erwartet.

Die Richtungssuche gehe weiter, erklärte Portfolio-Manager Thomas Altmann von QC Partners. Aktuell sei der Dax von seinem im Juni erreichten jüngsten Hoch genau so weit entfernt wie von seinem jüngsten Tief. "Für die Anleger ist nicht klar zu erkennen, wohin die Reise an den Börsen gehen wird." Sie seien in einem Dilemma, da sie bei möglichen Kursanstiegen zwar dabei sein wollten, zugleich aber Angst hätten, dass der Markt noch einmal nach unten wegbrechen könnte.

Unter den Einzelwerten stehen im Dax die frisch aufgestiegene Deutsche Wohnen im Blick, nachdem die Lufthansa in Folge des massiven Kurseinbruchs in der Corona-Krise ihren Platz räumen musste. Zudem richtet sich die Aufmerksamkeit aber vor allem weiter auf Wirecard , der wohl spätestens im September das Aus im Dax droht. Vorbörslich auf Tradegate sackte die Aktie um weitere 42 Prozent ab, nachdem sie am Donnerstag und Freitag bereits um bis zu 82 Prozent eingebrochen waren.

Der Bilanz-Skandal spitzt sich immer weiter zu. Inzwischen geht der Dax-Konzern davon aus, dass Bankguthaben auf Treuhandkonten in Höhe von insgesamt 1,9 Milliarden Euro, die bisher als Aktivposten ausgewiesen waren, "mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht bestehen". Die vorläufigen Einschätzungen für 2019, die Zahlen für das erste Quartal und die Prognosen für 2025 wurden daher zurückgenommen. Banken könnten Wirecard zudem nun den Geldhahn abdrehen.

Damit rücken auch die Papiere der Deutschen Bank und insbesondere der Commerzbank in den Fokus. Womöglich könnten nun die Banken den Konsortialkredit für Wirecard nicht weiter verlängern und Abschreibungen könnten drohen. Die Papiere zeigten sich vorbörslich auf Tradegate allerdings kaum bewegt.

Ex Dividende und damit womöglich zumindest optisch auffällig könnten die T-Aktien sein und die von Nemetschek im MDax oder Zeal Network im SDax . Die Deutsche Telekom schüttet 60 Cent je Aktie aus, der Software-Hersteller für die Baubranche 28 Cent je Aktie und das Online-Lotterieunternehmen schüttet 80 Cent je Aktie aus./ck/jha/