FRANKFURT (dpa-AFX) - Auch nach zwei Tagen der Stagnation herrscht am deutschen Aktienmarkt am Mittwoch weiter Vorsicht. Der X-Dax als Indikator für den deutschen Leitindex deutete knapp eine Stunde vor der Eröffnung einen Abschlag von 0,5 Prozent auf 12 771 Punkte an, womit sich das Barometer von der runden 13 000-Punkte-Marke immer weiter entfernt.

Der Dax habe seinen Aufwärtstrend zur Seite verlassen, kommentierte der Charttechnik-Experte Christoph Geyer von der Commerzbank. Eine Korrektur - also ein womöglich deutlicherer, vorübergehender Rückschlag - dürfte unmittelbar bevorstehen.

Auch der EuroStoxx 50 wird 0,5 Prozent schwächer erwartet. Im Fokus stehen zur Wochenmitte die Berichtssaison sowie am Abend die geldpolitischen Entscheidungen der US-Notenbank Fed.

Brandneue Infos werde die Fed vermutlich nicht geben, hieß es von Devisenexpertin Antje Praefke von der Commerzbank. Fed-Chef Jerome Powell werde vielmehr erneut betonen, dass die Notenbank noch lange expansiv bleiben werde und bereit sei, falls nötig noch expansiver zu werden, um die Wirtschaft zu stützen.

An der Wall Street hatten am Vortag die Aktienkurse in der letzten Handelsstunde nachgegeben. Angesichts der nach wie vor hohen Zahlen von mit dem Coronavirus Infizierten, des Zinsentscheids der Fed an diesem Abend und einer Reihe von Quartalsberichten großer Konzerne hatten auch dort die Anleger das Risiko gemieden.

Am deutschen Markt stehen am Mittwoch Quartalszahlen von Deutsche Bank und BASF aus dem Dax im Blick. Daneben lassen sich mit Osram , Puma und Telefonica Deutschland auch einige Unternehmen aus dem MDax in die Bücher schauen sowie weitere aus dem SDax .

BASF rutschten vorbörslich auf Tradegate um mehr als drei Prozent ab zum Xetra-Schluss. Der Chemiekonzern rechnet mit einem schwierigen dritten Quartal. Die endgültigen Zahlen für das zweite Jahresviertel hätten den Vorab-Daten entsprochen, aber die Aussagen zum dritten Quartal seien nicht hilfreich, sagte ein Händler.

Vorbörslich hoch ging es auf Tradegate für die Deutsche Bank mit drei Prozent zum Xetra-Schluss. Noch mehr mit plus vier Prozent gewannen die Titel ihrer Fondstochter DWS nach einem hohen Mittelzufluss bei dem Vermögensverwalter im abgelaufenen Quartal./ajx