FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Dax <DE0008469008> hat sich am Donnerstag nach einem verhaltenen Start etwas ins Plus vorgearbeitet. Dank positiver Konjunkturdaten aus der Eurozone legte der deutsche Leitindex bis zum Mittag um 0,34 Prozent auf 12 230,24 Punkte zu. Größere Gewinne verhinderten herbe Kursverluste bei den Aktien von Siemens <DE0007236101>. Der MDax <DE0008467416> der mittelgroßen deutschen Werte notierte 1,07 Prozent höher bei 26 211,92 Punkten. Der EuroStoxx 50 <EU0009658145> legte weniger stark zu.

Das Stimmungsbarometer im Verarbeitenden Gewerbe in Spanien habe im Juli leicht positiv überrascht, schrieb Analyst Patrick Boldt von der Landesbank Helaba. Auch in Italien habe sich der Index leicht verbessert und damit die Sorgen vor einer wirtschaftlichen Abkühlung gedämpft.

Zudem sorgten die geldpolitischen Entscheidungen der US-Notenbank Fed vom Vorabend weiter für Gesprächsstoff. Die US-Währungshüter hatten zwar wie erwartet erstmals seit der Finanzkrise vor über zehn Jahren den Leitzins um einen Viertelprozentpunkt gesenkt. Sie hätten allerdings kaum eine Chance gehabt, die Anleger positiv zu überraschen, und die Minderheit enttäuscht, die auf eine Senkung gleich um einen halben Prozentpunkt gesetzt habe, hieß es am Markt.

Im Dax schockte diesmal Siemens seine Aktionäre: Der Technologiekonzern zeigt sich angesichts einer Eintrübung in seinen Schlüsselmärkten für das laufende Geschäftsjahr etwas pessimistischer. Zudem seien im abgelaufenen Quartal die Margen in allen Segmenten außer Mobilität enttäuschend ausgefallen, urteilte Analyst Andreas Willi von der US-Bank JPMorgan. Die Aktien sackten um knapp 5 Prozent ab und waren damit das klare Schlusslicht im Dax.

Für die Papiere von BMW <DE0005190003> hingegen ging es um mehr als 1 Prozent nach oben. Das zweite Quartal des Autokonzerns war zwar von rückläufigen Gewinnen geprägt, doch kam diese Entwicklung nicht überraschend. Die Anteilsscheine von Infineon <DE0006231004> zogen ähnlich deutlich an. Vor dem Hintergrund eines schwächelnden Halbleitermarktes profitiere der Chiphersteller von einer insgesamt robusten Nachfrage nach seinen Produkten.

Einsamer Spitzenreiter im MDax waren die Aktien von Zalando <DE000ZAL1111>, die um gut 14 Prozent anzogen. Damit bewegten sich die Papiere wieder auf dem Niveau von Juli letzten Jahres. Der Onlinehändler lockt immer mehr Kunden auf seine Webseiten und zeigt sich für das Gesamtjahr noch optimistischer als bisher. Eine bessere Auslastung der Kapazitäten habe sich im zweiten Quartal vorteilhaft auf die Kosten des Unternehmens ausgewirkt, schrieb Analyst Tushar Jain von der US-Bank Goldman Sachs.

Am anderen Ende des Index büßten die Anteilsscheine von Evonik <DE000EVNK013> knapp 4,6 Prozent ein. Im abgelaufenen zweiten Quartal musste der Spezialchemie-Konzern wegen der Autoflaute und niedrigerer Preise für Tierfutter-Eiweiß im Vergleich zu den hohen Vorjahreswerten Einbußen hinnehmen.

Im Nebenwerteindex SDax <DE0009653386> knickten die Papiere von Dr. Hönle <DE0005157101> um rund 14 Prozent ein. Der UV-Technologieanbieter wird pessimistischer für das Geschäftsjahr. Der Grund sei ein großer Kunde, der seine Lieferantenstrategie ändere, hieß es. Der Motorenhersteller Deutz <DE0006305006> schließlich legte zwar beim Gewinn kräftig zu. Analysten hatten sich dennoch in puncto Profitabilität mehr erhofft. Damit sackten die Anteilsscheine um mehr als 7 Prozent ab./la/zb

--- Von Lutz Alexander, dpa-AFX ---